
Mit einem offenen Brief wenden sich der Bundesverband der Kommunikatoren (BdKom) und die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) an Bundeskanzler Friedrich Merz sowie den Minister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger. In dem Schreiben fordern die Verbände ein entschlosseneres staatliches Vorgehen gegen digitale Desinformation und hybride Bedrohungen – und appellieren an eine Cyberstrategie, die auch die gesellschaftliche Resilienz stärkt.
Auslöser ist die wachsende Gefahr für demokratische Strukturen durch gezielte digitale Manipulation – zuletzt eindrücklich belegt im „Munich Security Report 2025“. Die Kommunikationsverbände sehen dringenden Handlungsbedarf.
„Der Schutz unserer Demokratie darf nicht einzelnen Bürgern oder zivilgesellschaftlichen Initiativen allein überlassen bleiben. Es braucht ein entschlossenes Zusammenspiel aller staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure“, betont BdKom-Präsidentin Regine Kreitz. Gemeinsam mit DPRG-Präsidentin Sabine Clausecker fordert sie ein entschiedenes Engagement des Staates – über rein technische Maßnahmen hinaus.
Die zentralen Forderungen der Verbände im Wortlaut:
- Die konsequente Umsetzung einer nationalen Cyberstrategie, die sowohl technische Sicherheit als auch gesellschaftliche Resilienz fördert.
- Eine breit angelegte Medienbildungsoffensive, sowohl in Schulen als auch in der Erwachsenenbildung.
- Regulatorische Maßnahmen gegen digitale Manipulation, darunter eine verpflichtende Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und Identitätsprüfungen auf digitalen Plattformen.
- Ein wissenschaftliches Monitoring, um die gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Delegitimierungskampagnen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
„Desinformation gehört zu den größten Risiken für unsere Demokratie. Wir erleben eine gezielte Vergiftung des öffentlichen Diskurses – mit tiefgreifenden Folgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische Teilhabe und die wirtschaftliche Attraktivität unseres Standorts“, warnt Clausecker.
BdKom und DPRG wollen im Rahmen ihrer gemeinsamen Demokratiekampagne, die 2024 ins Leben gerufen wurde, weitere Impulse setzen, um die Widerstandskraft der Gesellschaft gegenüber Spaltung und gezielter Manipulation zu stärken. Gleichzeitig signalisieren die Verbände ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Bundesregierung – mit dem Ziel, durch kommunikative Expertise zur Stärkung demokratischer Kultur beizutragen.
Den vollständigen offenen Brief finden Sie hier als PDF >>