29. PRJ-Agenturranking: PR-Agenturmarkt wächst trotz Wirtschaftsflaute

Einen Zuwachs von 2,5 Prozent (grüner Balken) beim PR-Honorarumsatz und Rückgang von 1,15 Prozent (grauer Balken) bei der Mitarbeiterentwicklung weist das aktuelle Ranking des PR-Journals für das Jahr 2024 aus. (Grafik: © PR-Journal)
Einen Zuwachs von 2,5 Prozent (grüner Balken) beim PR-Honorarumsatz und Rückgang von 1,15 Prozent (grauer Balken) bei der Mitarbeiterentwicklung weist das aktuelle Ranking des PR-Journals für das Jahr 2024 aus. (Grafik: © PR-Journal)

Trotz rückläufiger Gesamtwirtschaft legt der deutsche PR-Agenturmarkt 2024 erneut zu: Laut dem aktuellen PR-Journal-Ranking steigerten die 75 teilnehmenden Agenturen ihren PR-Honorarumsatz um 2,5 Prozent auf insgesamt 636,5 Millionen Euro. Das Wachstum fällt damit zwar schwächer aus als im Vorjahr (+4,8 %), bleibt aber positiv in einem erneut wirtschaftlich angespannten Umfeld.

Marktführer bleibt die fischerAppelt Group aus Hamburg. Sie konnte ihren Honorarumsatz um zwölf Prozent auf 75,38 Millionen Euro steigern. Der Abstand zur zweitplatzierten Serviceplan Content Group (60,88 Mio. €, +6,1 %) vergrößerte sich auf rund 15 Millionen Euro. Auf Rang drei folgt Ketchum, Düsseldorf, mit einem Plus von 9,7 Prozent auf 30,96 Millionen Euro.

Während die Umsätze stiegen, verzeichnete die Branche erstmals seit Jahren einen Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen. Die Zahl der Mitarbeitenden sank um 1,15 Prozent auf 4.977. PR-Journal-Verleger Ernst Primosch ordnet dies ein: „Das diesjährige Ranking zeigt ein gemischtes Bild, da erstmals die Umsätze der Branche steigen, während die Zahl der Mitarbeiter:innen leicht abnimmt. Das könnte auf den beginnenden Einsatz von KI hindeuten oder auf die überproportionale Belastung kleinerer Agenturen durch die schwache Konjunktur.“

Große Agenturen treiben das Wachstum

Trotz des allgemeinen Plus meldeten 32 der 75 gelisteten Agenturen Umsatzrückgänge. Das Wachstum wurde vor allem durch die zehn umsatzstärksten Agenturen getragen – nur zwei von ihnen verbuchten Einbußen. Dazu zählt etwa Oliver Schrott Kommunikation, Köln (–12,2 %, Platz 6), und Achtung!, Hamburg (–14,5 %, Platz 10). Dagegen überzeugten Newcomer wie MSL (Berlin), die sich mit einem Honorarplus von 13,9 Prozent erstmals unter die Top 10 schoben.

Agenturstimmen zur Marktentwicklung

fischerAppelt-Vorständin Eugenia Lagemann sieht den Erfolg in „Neukundengewinnen, dem Ausbau von Key Accounts sowie relevanten Kampagnen“ begründet. Besonders gefragt seien Leistungen im Sportmarketing, Healthcare und der politischen Kommunikation. Auch KI spiele eine wachsende Rolle, betont Lagemann:
„Wir sehen einen hohen Beratungsbedarf bei unseren Kunden.“

Serviceplan nannte erfolgreiche Pitches und die zunehmende Investitionsbereitschaft bei Social Media und Transformationsthemen als Treiber. Das Managementteam bleibt „#futurepositive“ trotz volatiler Märkte.

Ketchum-CEO Matthias Wesselmann sieht 2025 bislang als „Jahr mit Anlaufschwierigkeiten“, erkennt aber erste Zeichen der Stabilisierung.

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Ranking mit 100 Prozent Testatquote

Das PR-Journal-Ranking gilt mit seiner 100-prozentigen Testatquote als verlässlicher Gradmesser für die Branche. Seit 2023 werden nur noch Agenturen aufgenommen, die ihre Zahlen durch Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater bestätigen lassen.

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