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Netzgespräche: Elternblogger Kai Bösel

Kai Bösel (l.) und Mark Bourichter (Foto:  © Raimar von Wienskowski)

Kai Bösel (l.) und Mark Bourichter (Foto: © Raimar von Wienskowski)

Zusammen mit Mark Bourichter betreibt Kai Bösel DADDYlicious, ein Onlinemagazin von Vätern für Väter. Das Magazin hat im Monat etwa 40.000 LeserInnen, die Facebook-Seite mehr als 31.000 Fans und das Twitter-Profil über 1.000 Follower. So beweisen die beiden sehr erfolgreich, dass die Elternblogger-Szene nicht allein der Damenwelt vorbehalten ist. 2014 wurde daddylicious.de dann mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation in der Kategorie „Webmagazin“ ausgezeichnet. Außerdem beliefern die beiden Väter das Nachrichtenportal stern.de wöchentlich mit einer Kolumne.

Beschreiben Sie Ihren Blog in drei Worten!
Kai Bösel: Wissenswertes für Väter

Seit wann bloggen Sie?
Kai Bösel: Angefangen habe ich 2006. Kurz zuvor hatte ich mit einem Partner motoso.de gegründet, einen Online-Marktplatz für Kfz-Teile und Werkstatt-Service. Dazu haben wir den motoblog.de als Corporate Blog gestartet und über Tuning, Motorsport, Youngtimer und Neufahrzeuge geschrieben. Damit waren wir ein Early Bird der Blogosphäre. Erst später profitierten Blogs von den Sozialen Medien, um zusätzliche Leser zu gewinnen.

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?
Kai Bösel: Den einen Arbeitsplatz gibt es gar nicht. Ich arbeite momentan als Freelancer in einer Agentur, da sitze ich im Großraumbüro an einem Mac. Einen zweiten Platz habe ich in dem Lager der beiden Online-Shops adventman.de und geschenkman.de, die ich mit meiner Frau betreibe. Da sind 480 Quadratmeter voller Regale mit leckeren und lustigen kleinen Geschenken um mich herum. Und eine ganze Menge Arbeit erledige ich dann noch abends zu Hause mit dem Notebook auf dem Schoß.

Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Kai Bösel: Wie gesagt war meine erste Gründung ein Kfz-Marktplatz mit dazugehörigem Blog. Der wurde von einem erfahrenen Kollegen befüllt und mit Videos, Tweets und über Facebook verlängert. Als dieser Mitarbeiter uns verlassen hat und wir kurzfristig keinen neuen Blogger finden konnten, habe ich selbst mit der Schreiberei begonnen. Und da es nicht nur mir selbst Spaß gemacht, sondern dazu auch noch viele Leser begeistert hat, bin ich seitdem dabeigeblieben.

Für wen schreiben Sie?
Kai Bösel: Den Kfz-Marktplatz habe ich mittlerweile verlassen. Aber seit August 2013 betreibe ich mit Kumpel Mark das Väter-Magazin daddylicious.de, auf dem wir täglich frische News, Interviews, Produkte und Ratgeber-Texte für Väter präsentieren. Darüber hinaus füllen wir seit zwei Jahren eine wöchentliche Kolumne auf stern.de. Und ich schreibe auch noch für Printmagazine, regelmäßig erscheinen Texte von mir in den Eltern-Magazinen „Junge Familie“, „Kinder“ und „Warum!“

Wie gehen Sie mit den Kommentaren Ihrer LeserInnen um?
Kai Bösel: Zum Glück sind Väter nicht so mitteilungsbedürftig wie Mütter, daher werden wir mit Kommentaren auf Daddylicious nicht gerade überhäuft. Und wenn mal einer ankommt, dann ist eine Antwort meist gar nicht erforderlich. Auf Facebook ist das anders, da wird recht viel an uns adressiert und wir reagieren wenn möglich sehr kurzfristig. Ganz schräg ist es auf stern.de, da können die normalen Beiträge nicht kommentiert werden, daher scheinen sich die Trolle auf die Gastbeiträge und Kolumnen zu stürzen. Aber auch da haben wir mittlerweile ein dickes Fell und reagieren nur, wenn es komplett abdriftet oder wir etwas gefragt werden.

Wie finanzieren Sie Ihren Blog?
Kai Bösel: Ein Blog ist ja eigentlich gar nicht wirklich teuer. Eine Domain gibt es für 20 Euro im Jahr und WordPress bekommt man gratis dazu. Wir haben ein bisschen investiert in Logo, Blog-Design, Webspace, Visitenkarten, Briefpapier und so weiter. Und für die Zeit, die man reinsteckt, gibt es eigentlich keinen entsprechenden Gegenwert. Geld verdienen wir durch Gastbeiträge auf anderen Seiten, durch Advertorials, durch unseren Shop und durch ein paar dezente Werbebanner.

Und wie vermarkten Sie ihn?
Kai Bösel: Wir haben uns über die letzten zwei Jahre recht gute Kontakte zu Kunden und Agenturen aufgebaut und investieren viel Zeit in Networking. Daher bekommen wir mittlerweile täglich viele Anfragen, für die uns oft auch Geld angeboten wird. Die meisten Anfragen sagen wir trotzdem ab. Entweder fehlt die Relevanz für unsere Zielgruppe der Väter oder es werden follow-Links erwartet. Das machen wir nicht. Und bei Angeboten wie Apps und Computerspiele für Kinder sind wir auch zurückhaltend.
Darüber hinaus habe ich selbst im Sommer 2015 ein Vermarktungs-Netzwerk für Family- und Lifestyleblogs gegründet. Durch die Bündelung von vielen Blogs kommen auch Anfragen für Kampagnen, die ansonsten an uns vorbeigeflogen wären.

KaiBioesel_creme21_2013_)20pxWas war das bisherige Highlight Ihrer Blogger-Karriere?
Kai Bösel: Insbesondere als Autoblogger habe ich ein paar tolle Events erlebt, unter anderem war ich für Audi mit einem B-Coupe bei der Youngtimer-Rallye Creme21 am Start, war mit Škoda auf Testfahrt in Portugal oder mit dem Mercedes E63 AMG in Barcelona. Das sind perfekt organisierte Veranstaltungen mit einer Reihe recht netter Blogger-Kollegen. Aber auch für Daddylicious haben wir schon tolle Sachen unternommen und freuen uns auf spannende Aktionen 2016, unter anderem geht es mit der Familie nach Lanzarote. Mehr kann ich noch nicht verraten.

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