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Netzgespräche: DIY-Bloggerin Emma Melzer

EmmaMelzer_ZitatBei Emma Melzer ist der Blogname nicht Programm. Auf „Frühstück bei Emma“ lädt die Bloggerin nicht zum Frühstück, es ist auch kein Rezeptblog. Stattdessen gibt es hier alles rund ums Thema DIY, ein wirklich breites Feld. Genau das schätzen die überwiegend weiblichen Leserinnen. 65.000 Mal wird der Blog monatlich aufgerufen. Melzer versorgt ihre Leserinnen mit Do-it-yourself-Projekten, gibt ausführliche Tutorials oder testet Nähmaschinen, um so eine Entscheidungshilfe zu ermöglichen.

Hallo Frau Melzer, liebe Grüße nach München. Ich bin schon gespannt, mehr über Ihren Bloggerinnenalltag zu erfahren. Fangen wir gleich an.

Beschreiben Sie Ihren Blog in drei Worten!
Emma Melzer: Bunt, kreativ und Wanderlust

Seit wann bloggen Sie?
Emma Melzer: Seit 2009 gibt es „Frühstück bei Emma“. Davor habe ich zwei Jahre einen privaten Blog geschrieben, also nur für geladene Gäste sprich Friends and Family.

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Von wo aus bloggen Sie?
Emma Melzer: Am liebsten blogge ich von meinem kleinen Schreibtisch im Dachgeschoss. Allerdings auch mal öfter aus dem Arbeitszimmer und auch schon mal von unterwegs.
Das ist das Schöne am Bloggen, das geht quasi von überall. Hauptsache Empfang ;)

Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Emma Melzer: Eine Freundin von mir hatte, als eine der Ersten damals, einen Kreativ-Näh-Blog und den habe ich ab ca. 2006 gelesen und war sofort fasziniert. Sie hat es anfangs gar nicht so erwähnt, aber irgendwann mal sollte ich mir das anschauen und es war geschehen. Auf einmal hat man so viele tolle Blogs entdeckt, es war wie das Tor zu einer anderen Welt. Inspirationsquelle, Austausch, Community … da konnte ich auch irgendwann nicht mehr widerstehen und habe einfach angefangen. Ohne Plan, einfach drauf los.

Wenn Sie sagen, Sie haben einfach so drauflos geschrieben: Für wen schreiben Sie?
Emma Melzer: Vorwiegend lesen Frauen, die sich für DIY, Lifestyle und Reisen interessieren, bei mir.

Wie gehen Sie mit den Kommentaren Ihrer LeserInnen um?
Emma Melzer: Bis vor einem Jahr habe ich auf jeden Kommentar geantwortet, was richtig zeitintensiv war, aber auch toll, weil man so viele neue tolle Blogs entdeckt hat. Heute antworte ich meistens direkt unter dem Kommentar selbst, drehe aber mindestens einmal die Woche eine große Blogrunde und kommentiere. Unangebrachte Kommentare hatte ich noch nie. Aber die Kommentarfunktion ist auch nicht für „Anonyme“ freigeschaltet. Selbst auf meinen #bloggerfuerfluechtlinge-Post hatte ich nur positive Rückmeldungen. Ich weiß leider von anderen, dass es nicht immer so ist. Viele meiner Leser schreiben mir auch E-Mails. Die beantworte ich auch sehr gerne.

Wie finanzieren Sie Ihren Blog?
Emma Melzer: Teilweise über Affiliate, und für die GLS Blogkooperative gab es für den Artikel im Rahmen dieser Aktion auch 500 Euro.

Und wie vermarkten Sie ihn?
Emma Melzer: Ich habe in allen E-Mail-Signaturen meine Blogadresse und über die anderen Social-Media-Kanäle auch Verlinkungen zum Blog. Bei Facebook habe ich auch mal einen Gutschein und kleines Geld eingelöst, um die Seite zu bewerben. Auch um eine Kundennummer bei Facebook zu haben. Ich habe auch schon auf anderen Blogs Gastbeiträge geschrieben.

Es gibt sicher viele Erlebnisse, aber: Was war das bisherige Highlight Ihrer Blogger-Karriere?
Emma Melzer: Ich glaube die Blogst Konferenz 2012 war ein ganz besonderes Highlight. Nach dieser Konferenz fing ich an, das mit dem Bloggen auch professioneller anzugehen. Persönliches Highlight war und ist immer noch für mich, dass ich heute richtig gute Freundinnen habe, die in ganz Deutschland verteilt sind, die ich wahrscheinlich nie getroffen hätte, ohne das Bloggen.

Welche drei Dinge sind Ihnen beim Bloggen am wichtigsten?
Emma Melzer: Persönlichkeit, gute Fotos und spannender Text.

Welche Erfahrungen haben Sie mit PRlerInnen und Marketinganfragen gemacht?
Emma Melzer: Ganz unterschiedlich. Viele Massenmailanfragen, aber auch viele nette Kontakte. Auch wenn ich 99 Prozent der Kooperationen absage. Es muss einfach passen – zu mir! Sonst wird es unglaubwürdig. Davon abgesehen: Einige Dinge sind schon grenzwertig – was Anspruch und Bezahlung und die Konditionen angeht. Langsam spricht es sich aber auch bei den Agenturen und Firmen rum, wie man Blogger ansprechen sollte.

Was ist für Sie eine gute Marketinganfrage?
Emma Melzer: Wenn ich merke, dass es von Anfang an zu mir passt. Ich überlege mir immer, würde ich darüber schreiben, auch wenn ich kein Sponsoring oder keine Bezahlung erhalten würde? Kann ich das mit Ja beantworten, kommen dann folgende Auswahlkriterien:
– Darf ich meine eigene Meinung schreiben? (Auch wenn sie nicht euphorisch ausfällt?)
– Sind Honorar oder Ware angemessen?
– Sind ein No-follow und die Kennzeichnung als Werbung und/oder Kooperation möglich?
Habe ich am Ende alles mit Ja beantwortet, bin ich für die Kooperation offen. Dann müssen nur noch der Zeitaufwand und Zeitpunkt passen … Wichtig ist mir auch: Keine Massenanfragen – also eine unter 100 zu sein, finde ich nicht so gut. Ist mir aber auch schon passiert, trotz Nachfrage, wie viele dabei sind.

Auch wenn Sie es ja schon teilweise angesprochen haben: Was ist denn einen schlechte Anfrage?
Emma Melzer: Was gar nicht geht, sind: ungefragte Warenzusendungen (!), Massenmails, eine schlechte Recherche über meine Zielgruppe, Do-Follow Links zu verlangen (!), keine Kennzeichnungspflicht und folgende Antwort auf die Honoraranfrage: Sorry kein Budget … (aber der Kunde ist riesig!!!)

Was planen Sie für die Zukunft vom Blog?
Emma Melzer: Schon seit Monaten steht mein Umzug zum selbstgehosteten WordPress-Blog an. Aber da alles perfekt für mich sein soll, komme ich einfach nicht so richtig weiter. Das i-Tüpfelchen fehlt …

Ich wünschen Ihnen, dass Sie das i-Tüpfelchen finden und für Sie und Ihren Blog wünsche ich auch in Zukunft viel Erfolg.

Über die Autorin:
Andrea_150x150pxAndrea Zschocher ist freie Journalistin und Bloggerin. Sie schreibt gern, aber nicht ausschließlich über Familie, Beruf und die Vereinbarkeit dieser Lebenswelten. Auf ihrem Blog „Runzelfüßchen“ schreibt sie über die schönen Seiten am Leben mit Kind. Darüber hinaus beschäftigt sie sich beruflich und privat mit Blogs, Social Media und Networking.