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Mitarbeiterzufriedenheit – 6 Fehler, die Sie vermeiden können

Foto: © Fotolia/SFIO CRACHO

Zeiten ändern sich. Ein Wertewandel geht durch unsere Gesellschaft. Wo man vor einigen Jahren Arbeitsleistung noch als eine Art Tauschmittel sah – Arbeitskraft gegen Bezahlung – so sucht man heute nach mehr. Man will seine Berufung finden, etwas das Spaß macht, einen Job, in dem man die eigenen Stärken einsetzen kann, der gut entlohnt wird und glücklich macht. Ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

Diese Einstellung zwingt viele Unternehmen dazu umzudenken und sich ernsthafte Gedanken über Maßnahmen zur Besserung der Mitarbeiterzufriedenheit zu machen.

Zufriedene Mitarbeiter = Mehr Produktivität, Kreativität, Motivation …

Wer seinen Job gern macht und Freude bei der Arbeit hat, der ist produktiver, motivierter und belastbarer. Fluktuationsraten und Absentismus werden reduziert und Angestellte weisen eine stärkere Bindung zum Unternehmen auf.

Wie macht man nun Mitarbeiter glücklicher? Mit einem Gutschein fürs Fitnessstudio, zweimal monatlich Pizza im Büro und einer Weihnachtssause ist das noch nicht getan.

Dank Google findet man schnell Tipps und Anleitungen, die man in den Arbeitsalltag einbauen kann und die Mitarbeiterzufriedenheit bessern sollen. Ratsam ist es, die Hilfe eines Experten in Anspruch zu nehmen und Führungskräfte-Coachings durchzuführen. So erfährt man aus erster Hand, in welche Maßnahmen Sie Zeit und Energie investieren sollten.

Wir wollen heute das Thema anders herum aufrollen: Welche Fehler machen Arbeitgeber, wenn sie versuchen Mitarbeiterzufriedenheit zu „erzwingen“?

Mitarbeiterzufriedenheit steigern – 6 Not-to-Do’s

Not-to-Do 1: Umfrageergebnisse ignorieren

Wie findet man heraus, ob die Kollegen glücklich sind, was sie denken und sich wünschen? Man fragt! Was denn aber genau?

Das Gallup Institut, ein US-amerikanischer Umfrageriese, hat nach jahrelanger Studie 12 Fragen veröffentlicht, die der Mitarbeiterzufriedenheit auf den Grund gehen sollen. Viele Unternehmen weltweit, bedienen sich der Gallup Q12, versenden diese an ihre Mitarbeiter, welche den Fragen dann auf einer Skala von 1 bis 5 zustimmen. Ausgefüllte Umfragen werden brav zurückgeschickt und nun…

Es kann für Mitarbeiter äußerst frustrierend sein, wenn sie Zeit investieren, um Feedback zu geben, die Ergebnisse dann aber nicht ordentlich ausgewertet werden. Führungskräfte müssen zeigen, dass sie die Meinung und die Sorgen ihrer Angestellten ernst nehmen und Maßnahmen als Folge der Umfrage einleiten. Taten müssen folgen!

Unser Tipp: Planen Sie Umfragen sorgfältig und räumen Sie auch Ressourcen für die Auswertung und Umsetzung der Ergebnisse ein.

Not-To-Do 2: Fehlende Kommunikation

So manch einer lebt nach dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ und Manager meinen, dass sie ihren Angestellten Sorgen ersparen, wenn sie diese nicht in Themen, die unter Umständen Unsicherheit hervorrufen könnte, nicht einbeziehen.

Aber: Um das Gefühl zu haben, dazu zu gehören, braucht es Transparenz seitens der Führungskräfte. Gerüchte und falsche Vermutungen kommen dann auf, wenn Mitarbeiter nicht richtig informiert sind. Frustrationen kommen auf und man beginnt an den Führungsqualitäten des eigenen Managers zu zweifeln.

Unser Tipp: Gehen Sie offen und ehrlich mit Informationen um und bitten Sie Ihre Kollegen um Feedback. Es wird ihnen das Gefühl geben, ihre Meinung wird erhöht und sie sind Teil eines großen Ganzen.

Not-to-Do 3: Verhalten der Führungskraft

Sie wollen als Manager, dass Ihre Mitarbeiter glücklich sind? Super aber vergessen Sie hierbei nicht Ihre eigene Weiterentwicklung, Ihr eigenes Glück. Vergessen Sie nicht, Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem bestehen zu lassen.

Führungskräfte benötigen Soft-Skills, eine gute Selbstwahrnehmung und Empathie. Sie sollten in der Lage sein, zu Delegieren und konstruktives Feedback zu geben.

Unser Tipp: Vergessen Sie nicht an sich selbst zu arbeiten!

Not-to-Do 4: Fehlende Flexibilität

Jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Interessen. Das heißt auch, dass wir uns nicht gern in eine feste Form packen lassen.

Aber nicht nur das: Jeder von uns hat andere private Verpflichtungen und Verantwortungen. Für jemanden, der Kinder oder pflegebedürftige Angehörige hat, können vielleicht flexible Abweichungen von „der Regel“ gefunden werden.

Unser Tipp: Gehen Sie auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Angestellten ein und helfen Sie diesen dabei, ihre Stärken zu entwickeln und eine Work-Life-Balance zu erschaffen.

Not-to-Do 5: Nur extrinsische Motivations-Maßnahmen

Extrinsische Motivation haben Sie, wenn jemand Sie dazu bringt, etwas zu tun. Hierzu zählt auch, wenn Sie nur arbeiten um einen Bonus zu erhalten, um den Dienstwagen zu bekommen oder einer Bestrafung zu entgehen. Problem hierbei: Bleibt die Belohnung oder Strafe oder Strafe auf dem selben Niveau, sinkt die Motivation stetig und fallen die extrinsischen Faktoren weg, so ist auch die Motivation dahin.

Demzufolge sind es weniger die „äußerlichen“ Maßnahmen, die einen Mitarbeiter glücklich machen, sondern dessen „innere“ Einstellung – die intrinsische Motivation. Wenn jemand etwas tut, weil er es wirklich will und weil er Spaß daran hat, so ist das die beste Maßnahme für Arbeitsglück.

Unser Tipp: Konzentrieren Sie sich als Führungskraft auf die Stärken ihrer Mitarbeiter, loben Sie für gute Ergebnisse und vorallem… Lernen Sie Ihren Kollegen kennen!

Not-to-Do 6: Mitarbeiterzufriedenheit erzwingen

Hatten Sie schon einmal die ehrenvolle Aufgabe ein Mitarbeiterevent zu organisieren? War sicher nicht einfach, oder?

Alle Mitarbeiter unter einen Hut zu bekommen, die richtige Location, die richtige Aktivität – ein Balance-Akt, der einiges an Geduld erfordert. Das Ziel des Events ist es, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen, sich gegenseitig außerhalb des Büros kennenzulernen und Konfliktpotential aus dem Weg zu räumen. Das ganze kann aber auch nach hinten losgehen, nämlich dann, wenn die gewählte Tages-Aktivität viele einschüchtert oder Arbeit liegenbleibt, die dann in Überstunden nachgeholt werden muss.

Unser Tipp: Beziehen Sie die Kollegen in die Planung des Tages ein aber lassen Sie es nicht aus dem Ruder laufen. Es wird Ihnen nicht gelingen so wirklich jeden glücklich zu machen und wer nicht dabei sein möchte, der muss dies auch nicht. Erzwungener Spaß ist irgendwie gar nicht so lustig.

Unsere Infografik stellt Ihnen Fehler beim Entwickeln von Maßnahmen zur Mitarbeiterzufriedenheit übersichtlich dar.


Fazit: Der größte Fehler, den Sie machen können, ist es, Maßnahmen zur Besserung der Mitarbeiterzufriedenheit gar nicht in Angriff zu nehmen. Der erste Schritt: Hören Sie Ihren Kollegen zu, stellen Sie Fragen und finden Sie die Stärken jeder einzelnen Person heraus. Es wird sich lohnen!

Gab es Maßnahmen, die in Ihrem Unternehmen durchgeführt wurden aber so gar nichts bezweckt haben? Was sind Ihre Erfahrungen?


Über den Autor:  Als Chief Happiness Officer und Führungscoach beschäftigt sich Dipl.-Ing. Saleh Amiralai mit den Themen Mitarbeiterzufriedenheit  Positive Leadership und Arbeitsglück. Er war selbst lange Zeit Manager und weiß, wie schwierig sich manche Führungsaufgaben gestalten können. Mit Coachings und Workshops unterstützt er heute Unternehmen und bringt die eigenen Erfahrungen ein.