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YouTube aus der Sicht von Mommert junior

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Ferienzeit ist toll! Vor allem für meinen Sohn (12 Jahre), den ich letzte Woche mit zu Landau Media genommen habe. Als er sich dort mit unserer Marketing-Chefin Beate Kiep über YouTube unterhielt, kam die Idee auf, dass er doch mal seine Sicht der Dinge aufschreiben könnte. Mit stolzgeschwellter Vaterbrust präsentiere ich hier das Ergebnis:

YouTube, Ersatz für Fernsehen?

Dass Sie diese Kolumne lesen, zeigt schon einmal, das sie etwas old-school sind. Ich meine, Sie LESEN! Und das, was Sie lesen, ist von jemandem, den Sie höchstwahrscheinlich nicht einmal persönlich kennen. Der moderne Jugendliche, zehn Jahre bis open end (manche werden nie erwachsen), liest nicht mehr, nein, er schaut. Von AlexiBexi bis Z-Reviews ist auf YouTube alles dabei, was Teenager und „Erwachsene“ interessieren könnte.

Früher habe ich liebend gerne Fernsehen geguckt. Mit sechs Jahren gab es nichts Schöneres für mich, als sich abends auf die Couch zu fläzen und Fernsehen zu schauen. Die Tage, in denen ich dieses Jahr wirklich aktiv ferngesehen habe, kann man an einer Hand abzählen.

YouTube hat mich in seinen Bann gezogen, als ich YouTube-Stars wie LeFloid oder die Space Frogs entdeckte. Sie unterhielten mich gut, die News der aktuellen Woche wurden von LeFloid brisant, geistreich, für Jugendliche verständlich und – das Beste – LUSTIG rübergebracht. Wann haben Sie das letzte mal über Jan Hofer gelacht? Ja, ich auch nicht. Die Space Frogs, nur als Beispiel, haben mehrere Kanäle. Auf dem einen laden sie ihre, wie sie es selbst bezeichnen, „Knall- und Bummvideos“ hoch und auf dem anderen sprechen sie über brisante Themen.

Auf YouTube findet man natürlich nicht nur diese beiden Arten von Kanälen, sondern noch viel mehr. Ob man bei „Wie geht eigentlich Musik“ die Feinheiten des Hip-Hop bzw. des Reggaes erklärt bekommt, in Let’s Plays jemandem zusieht, wie er ein Computerspiel spielt, hilfreiche Schminktipps erhält (besonders für die Damen der Schöpfung geeignet), sich ein neues elektronisches Produkt ansieht, das man später einmal selbst kaufen möchte, oder sich einfach von einem Experten erklären lässt, wie Videobearbeitung richtig geht – auf YouTube ist für jeden das Richtige dabei.

Aber, werden sich jetzt einige von Ihnen fragen, warum ist das Fernsehen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen so in Ungnade gefallen? Da gibt es mehrere ganz zwei Gründe:

Grund Nummer eins: Im Fernsehen haben die Jugendlichen weit weniger Spaß als im Internet, da es geregelte Shows gibt. Einmal gibt es Comedysendungen, Musiksendungen, Unterhaltungssendungen und dann noch Nachrichten. Eine Kombination aus mehreren dieser Formate ist aber im Fernsehen noch nicht ausgestrahlt worden. Wann haben Sie Thomas Gottschalk das letzte Mal etwas tun sehen, das für Jugendliche auch nur ansatzweise interessant wäre. Er ist, in den Augen vieler Jugendlicher, ein alter Knacker, der versucht, lustig zu sein. Es gibt zu wenige junge Moderatoren.

Grund Nummer zwei: Im Fernsehen läuft, was läuft. Das ist zweideutig: Auf der einen Seite wird ausgestrahlt, was die breite Masse sehen will. Wenn ich aber nicht zu der breiten Masse dazugehöre, dann interessiert mich nicht, was im Fernsehen läuft. Auf YouTube kann ich mir selbst das aussuchen, was mich interessiert. Und selbst wenn es im Fernsehen Sendungen gibt, die mich interessieren, habe ich nicht immer Lust, sie mir zu dem Zeitpunkt anzusehen, zu dem sie ausgestrahlt werden. YouTube interessiert es nicht, ob ich mir ein Video von 2005 oder 2015 ansehe …

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