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Wutbürger wütet digital!

Guten Morgen liebe Mitarbeiter der Geheimdienste dieser Welt. Ich gehe davon aus, dass Ihr diese Zeilen bereits lest, während ich sie schreibe. Wahrscheinlich hat auch Apple dafür extra Übertragungsprogramme in das eigene Betriebssystem integriert, die beim ersten Tastendruck die geschriebenen Zeilen an die zentrale Sammelstelle der Horch und Gucks dieser Welt schicken. Immerhin kann ich mir so sicher sein, auf der ganzen Welt einen Stamm treuer Leser zu haben.

Dass Geheimdienste, ohne auch nur einen Anfangsverdacht zu haben, meine Daten durchstöbern, habe ich mir schon gedacht. Dieser suchtähnliche Datensammlungszwang scheint im Erbgut aller Geheimdienste, egal ob sie von demokratischen oder diktatorischen Regierungen beauftragt werden, verankert zu sein. Dass sich Anbieter wie Google, Facebook oder Microsoft als bereitwillige Diener dieser Datenfetischisten anbieten ist frustrierend, aber auch nicht überraschend. So wäscht dort eine Hand die andere und Google kann sich bei Hackerangriffen aus China sicher sein, dass der amerikanische Geheimdienst bei der Abwehr hilft.

George Orwell hatte vorausgesehen, dass ein Staat, der seine Bürger „fürsorglich“ überwacht, immer in die Versuchung kommen wird, diese Daten zu missbrauchen. Der große Bruder will zwar nur unser Bestes, muss aber dafür in jede Ecke unseres Privatlebens blicken. Dass aus vorsorglicher Beobachtung schnell Bespitzlung und Bevormundung wird, hat die Geschichte zur Genüge bewiesen.

Ich rufe hiermit zum digitalen Ungehorsam auf! Nutzt Suchmaschinen wie DuckDuck Go! Verschlüsselt Eure E-Mails und schreibt weiterhin so viel sinnloses Zeug auf Facebook und Twitter, dass das Private im Sumpf des Sinnlosen unauffindbar wird. Tragt falsche Angaben in digitale Formulare ein, wechselt ständig Eure Kreditkarten und klebt die Webcam am Computer zu, wenn ihr sie nicht braucht. Wir werden es den Tastatur-James-Bonds dieser Welt schon zeigen!

Über den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.