[00:00:04:23 - 00:25:27:02] Herzlich Willkommen zu Medienrot, dem Podcast rund um PR, Kommunikation und Medien. Ich bin Nicole Storch und heute geht es um die Frage, wie Kommunikation in Zeiten von Reizüberflutung überhaupt noch Aufmerksamkeit bekommt. Mein Gast ist Raphael Brinkert. Er ist einer der bekanntesten Kommunikations- und Marketingstrategien Deutschlands, hat das Sportmarketing hierzulande maßgeblich mit geprägt und arbeitet heute mit Unternehmen, Verbänden und gesellschaftlichen Akteuren an großen Kampagnen. Wir sprechen aus aktuellem Anlass über die FußballwM als Kommunikationsphänomen, über die aktuelle Panini-Kampagne der größte Kader aller Zeiten und vor allem darüber, was Unternehmen daraus für ihre eigene Kommunikation lernen können. Herzlich Willkommen, Raphael. Schön, dass du da bist. Hallo, Grüßtel. Wer dich nicht kennt, magst du dich mal kurz in ein, zwei Sätzen vorstellen? Wer bist du, was machst du und warum überhaupt? Also ich bin Raphael Brinkert, komme gebürtig aus NRW, aus Haltern am See und bin seit 25 Jahren in der Kommunikationsbranche, zehn Jahre Schaus und Fans, acht Jahre Jungformat und mit 18 Saisonern ja was eigenes machen und darf jetzt die Agentur Brinkert Lückhead mit einem herausragenden Freund und Partner Dennis Lück in der Schweiz führen und tolle Marken von DFB, DSB über Panini, aber auch im Bereich Politik für die UN, SPD, IGBCE oder andere Themen irgendwie arbeiten oder in der Vergangenheit sowas wie Adidas, Sixth, Krokakode, also das was man in 25 Jahren wahrscheinlich auch macht. Alles große Namen. Raphael, die FußballWM bündelt ja wie kaum ein anderes Ereignis weltweit Aufmerksamkeit. Was macht sie denn aus deiner Sicht so einzigartig als Kommunikationsplattform? Sie ist glaube ich ein globaler Ausnahmezustand mit Ball. Also es gibt eine globale Vorfreude auf dieses Turnier. Es gibt Hoffnungen, es gibt Erwartungen, es gibt Emotionen, es gibt auf Unternehmensseite natürlich dann auch verbunden, offenbar die Hoffnungen nach Verkaufserlösen auf Verbands- und auf Sportseite die Hoffnung nach einem großen Triumph. Ja in Deutschland sind wir glaube ich auch in der Situation, wo einer der wichtigsten Politiker unseres Landes in den nächsten sechs, acht Wochen vielleicht auch Julian Nagelsmann sein wird oder wenn er nämlich irgendwie mit der Trophäe nach Hause kommen sollte, wieder erwarten, dann haben wir doch irgendwie wieder dieses Wir-Sint-Wieder-Werk-Gefühl und deswegen wäre es natürlich toll, wenn der DFB, wenn die deutsche Fußballnassen am Mannschaften möglichst lange im Turnier bleibt, möglichst erfolgreich wird. Ich glaube das würde unserem Land sehr, sehr gut tun. Und deswegen merkt man schon, das ist nicht nur 90 Minuten mit Ball und 22 Spieler, sondern es ist ein kollektiver Ausnahmezustand, es ist ein gefühltes Zusammenhalt der Zukunft, der Zuversicht und da ist es sehr, sehr viel mehr als nur Fußball. Hat sich denn die Bedeutung der FußballWM aus Markensicht aus deiner Sicht in den letzten Jahren verändert? Wir sehen die große Sehnsucht nach kollektiven Ereignissen. Also damals, seit vielen Jahren sagt man eigentlich, Länderspiele sind das letzte Lagerfeuer der Nation. Das trifft, ist glaube ich, sehr gut diese Formulierung. Und wir sehen auch in einer Zeit, die ja immer fragmentierter wird, wo immer mehr Marken, Player, Athleten, um Aufmerksamkeit ringen, dass so globale Plattformen wie eine FußballWM da nicht herausragendes und über alle strahlendes Ereignisse sind. Das begibt damit, dass wir auch nach der Prona-Pandemie ja so eine Sehnsucht nach Kollektivität haben, so eine Sehnsucht auch nach Live-Events. Das heißt, während das lineare TV untergleichen, während das gerade verliert, während das langsam stirbt, sehen wir Live-Events, sehen wir Sport-Events oder auch Musik und Kultur, trifft es ebenso als praktisch Boom-Regionen, Boom-Faktoren und als wie vielfältig das ist, als der Premium-Produkte. Du hast es gerade schon angedeutet. Wir leben in einer sehr fragmentierten Zeit. Wir sind einer Reizüberflutung nahezu überall ausgesetzt. Was bedeutet denn in solchen Zeiten überhaupt noch Aufmerksamkeit? Auf Marken ringen natürlich um Aufmerksamkeit. Also früh hat man irgendwie im TV-Werbeblock möglichst viel penetrant geworben, um ein Markenimage zu kreieren. Heute kann das gleiche Image, aber über Social Media waren Shitstorm auch torpediert werden. Das heißt, alles kann jederzeit passieren. Marken müssen längst über viele Kanäle irgendwie auch kommunizieren im digitalen genauso wie im Anälogen. Und es gibt irgendwie das Bedürfnis nach Relevanz. Und da ist die Frage, wie können Marken irgendwie an Relevanz gewinnen? Wie können Sie Ihren Beitrag dafür leisten, dass wirklicherweise ein Zuschauer eine gute Zeit hat? Und wie können Sie selbstverständlich ein Teil der Handlung werden? Was machen denn Marken bei Sport-Sponsorings aus Deiner Sicht häufig falsch? Nachhistorisch gesehen war es der Logo-Aufkleber. Das war einfach nur, dass man gesagt hat, okay, man macht ein Buß-Sponsoring, Ärmel-Sponsoring, dann kam später dazu. Aber das ist eigentlich nur, man kauft einen Recht, aber aktiviert es nicht genug. Mehr denn hier gibt es um die Aktivierung. Wir haben zum Beispiel vor wenigen Wochen, es ging einfach viral durchs Netz und jeder konnte mitmachen, diese Lego-Kampagne, die sehen, dass man ein Lego, so ein BM-Pokal selber bauen konnte. Und dann gab es ein Sport mit Ronaldo, mit Messi und Co. Also mit den großen Playern der BM. Und dann konnte man das über solche Mediaplattformen selber sich in diese Videos reinschneiden oder könnte es selber mitmachen. Das war ein riesiger viral Erfolg. Da sieht man, das war so ein praktischer nativer Fit. Lego sammeln zum einen, der BM-Pokal auf anderen, dann portortiert von einem großen Starschiefer BM, die ich selbst als kleine Lego-Figur dann noch gesehen habe. Da war es natürlich einfach oder bei Getränken und so weiter. Es ist auch, dass es einen klaren nativen Fit gibt. Andere Marken aber versuchen, das so ein bisschen über die Bande zu spielen und sind dann eher oftmals bemüht, aber werden nicht richtig akzeptiert. Das heißt, man kauft ein Recht, das ist das eine. Aber wie aktiviert man das? Wie kann man auch begeistern bei Fans und so weiter? Das ist die große Herausforderung, der sich alle dann stellen. Natürlich in einem Konkurrenzwertbewerb, wo ich sage, das nächste TikTok-Video nur ein Swipe entfernt ist. Und das ist dann keine Marke, sondern ist möglicherweise noch viel viel unterhaltsamer, weil es irgendwie ein Creator nur sich nicht sparserlaubt über dritte oder der gleiche. Was das gerade schon angedeutet ist, sind ja viele, viele Budgets im Spiel rund um so ein Großereignis. Warum sind es dann trotzdem nur so wenige Kampagnen, die hängen bleiben? Du hast gerade Lego gesagt und tatsächlich, ich klemm die Steine selber nicht. Aber ja, von diesen WM-Sets sind hier auch welche eingezogen zu Hause. Total nachvollziehbar. Das bleiben natürlich die globalen Produktionen hängen, wobei ich mittlerweile das Gefühl habe, dass Nike und Adidas sich in der Anzahl der Testimonien jetzt noch überbieten und versuchen, um diese unfassbar vielen Testimonien jetzt in der Geschichte zu erzählen. Mittlerweile ist es auch so, dass Sport oder auch Sportkleidung, auch dort sehen wir eine unfassbare Nostalgiewelle, das Teil der Faschenkultur war. Also ein Fußballtrick, wo wir Faschen bestand. Und so hat es zum Beispiel Adidas dieses Jahr herausragend gemacht mit der 94er Retro Kollektion oder mit anderen Retro Kollektionen, die sie rausgebracht haben. Und da sind dann auch sehr, sehr viele Kollaborationen, finde ich, statt. Also der Fußball versucht nicht nur in seinem Nucleus zu wirken, in seiner Zielgruppe zu wirken, sondern längst auch in den ganz normalen Alltag der Menschen einzug zu halten. Das heißt, Kunst, Kultur, Sport wird zu einem großen Party. Wir sehen jetzt, Shakira hat das WMR-Erfüllungs-Unip gespielt. Also die Halbzeitpausen werden wichtiger. Die Trinkpausen sind auch Werbepausen in vielen, vielen Ländern in Deutschland überführen dich rechtlich nicht, weil die Spiele nach 20 Uhr stattfinden, aber in vielen, vielen anderen Ländern nach schon. Also sehr, sehr viel, was passiert und immer herausfordernde Filmmarken hervorzustechen. Das heißt, sehr globale Kompagnen bleiben hängen. Und dann gibt es aber auch immer mehr smarte Kooperationen. Also das Heineken jetzt mit Handscatch ab eine Kooperation hat, wo irgendwie im Sixprex dann auf einmal eine Flasche heizt drin ist. Das finde ich mal lustig, das ist mal neu gedacht. Und ich glaube, darum geht das andere Kampagne, finde ich, wie gesagt, teilweise sehr langweilig, weil der Unterhaltungswert fehlt, der Mut fehlt. Und weil man sich irgendwie das Recht erkauft hat, aber sich nicht die Mühe in der Aktivierung immer macht. Bevor wir speziell auf eine Kampagne noch eingehen, wenn heute ein Unternehmen ein großes Sports-Sponsoring klarnt, worauf sollte der strategische Fokus liegen? Na erstmal würde ich überlegen, welche Sportart passt zu mir als Unternehmen natürlich. Also welchen Markenfit hat man da zu den Zielgruppen, die man ansprechen möchte? Und ich würde von Anfang an auch über eine Geschichte nachdenken. Also was ist die Geschichte, was ist mein Mehrwert als Marke? Wie kann ich bis zum Teil der Unterhaltung werden auch der Zielgruppen, wenn ich in dieses Sports-Sponsoring reingehe? Also Mercedes hatte doch vor 30 Jahren eine tolle Idee, hat im letzten Mercedes-Sterne gemacht und war dann im Tennis sehr, sehr prominent zu gehen. Das ist ein intelligenter Logo-Aufkleber, wenn man so will gewesen. Aber jetzt muss man auch gucken, dass man mehr bringt als nur den Logo-Aufkleber, sondern dass man dieses Recht aktiviert, weil globale Marken haben kein Bekanntheitsproblem, sie haben ein Akzeptanzproblem, sie haben vielleicht auch ein, ich glaube mal bei Coca-Cola, der hieß es immer, more people should drink more often, more Coca-Cola. Also wie gedingt es immer mehr Menschen davon zu verzeugen, doch wieder zu einer Coca-Cola zu greifen und nicht zu einem anderen Produkt zu holen? Da muss man Geschichten erzählen. Deswegen die erfolgreichsten Sportmärken sind Geschichten Erzähler. Apropos Geschichte, lass uns zur Geschichte kommen. Der größte gerade aller Zeiten, die Kampagne, habt ihr für Panini umgesetzt? Die Kampagne war sehr sichtbar im doppelten Wortsinn, wie ist die Idee entstanden? Das war eine der Freibesstellungen, wie kann man das Recht von Panini noch mal aktivieren? Wir haben auch Spots mit den Nationalspielern, wo es um Kabinengespräche gibt. Wir dürfen Panini netterweise was ein fantastischer Kunde natürlich ist. Als kleiner Junge schon 1986 Panini gesammelt und jetzt für Arbeit zu dürfen, ist eine große Ehre. Und es ist die größte über eben aller Zeiten. Folglich gibt es auch den größten Karte aller Zeiten, nämlich in diesem Panini-Heft. Und da haben wir gesagt, wie können wir das eigentlich einfach übersetzen, indem wir die Plakatierung im öffentlichen Raum machen, wo wir die größten Auffäbe aller Zeiten machen. Das heißt, wir ziehen die Panini-Sticker groß und machen daraus praktisch Plakatierung, die eher auch Teil der Unterhaltung werden und Teil der Selbstverständlichkeit haben und nicht die Penetration einer klassischen Werbung haben, was durch Wiederholung stattfindet, sondern eher durch den Schmunzeln, dass irgendwie Zirkur untersehen, dass Sammler das spannend finden und dann möglicherweise Tüten kaufen. Und Panini ist derzeit in Deutschland nahezu ausverkauft. Also jeden Tag werden in moderner 84 Millionen Sticker produziert. Es ist, glaube ich, ein Riesenerfolg, hat damit auch zu tun über die angesprochene Nostalgie-Welle. Also diese Sammelleidenschaft und macht uns allen sehr, sehr viel Spaß. Du hast das gerade schon angedeutet. Du hast gesammelt früher. Ich habe gesammelt früher. Also ich glaube, ich kenne keinen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der nicht Panini-Sticker gesammelt hat und natürlich gerade zu Fußballgroßeignissen und B. Da fehlte ein Sticker und den hat man dann versucht, sich zu ertauschen auf dem Schulhof und solche Sachen. Dieser ganze emotionale Faktor und die Nostalgie, die spielen da natürlich auf jeden Fall mit rein. Aber diese Faktoren lassen die sich wirklich ganz gezielt aktivieren und einsetzen in so einer Kampagne? Also was Panini betreffend entspricht auf jeden Fall. Also ich merke, dass auch bei meinen Kids irgendwie diesen 14 oder so, auch dort ist auf dem Schulhof passiert genau das Gleiche. Das weiß nur jetzt Dittchen. Da hat irgendwie Schnibbeln oder der Gleiche. Also es passiert genau das Gleiche mit dem Produkt. Und es ist ja auch irgendwie nicht so ein einfaches Produktkontakt, sondern das ist so Panini gehört so wie M. Wie der Anpfiff, wie die Hymnen, wie die Diskussion, um vielleicht eine Bundesstrainerentscheidung. Und das ist natürlich ein Sammelalbum und es ist ein sozialer Code. So jeder kennt das Gefühl, dass Kauschen, Kiehdoppel und Hamels kleben, was natürlich enorm zugenommen hat. Es ist auch mittlerweile Cards gibt, dass es Special Cards gibt. Also die dann auch einen höheren Wert erzählen. Also bei uns die Mitarbeiter hat dann gesagt, dass den Einstiegern, der jetzt irgendwie bei eBay für 40 Euro gehandelt wird. Also das ist für mich dann auch eine neue, leeren Erfahrung. Aber so ist mittlerweile die Situation. Wie messst ihr denn den Erfolg einer solchen Kampagne? Na, das eine ist natürlich Social Media Reichweiten. Ganz klar, KPI ist das zu Grunde, die Social Media Reichweiten, Aktivierungsmöglichkeiten, dann auch die Anzahl der Kommentare, wie fallen sie aus, positiv oder negativ. Und dann, und ich bin ganz großer Freund auch von harten Zahlen Verkaufssaal. Bei Panini hat alles einen Zweck, nämlich, dass die Leute Spaß haben, die Tauschspurzen nachgefragt werden und funktionieren. Also wir haben super viele Plakate für Tauschspurzen auch in Deutschland und Österreich gemacht. Aber am Ende muss Panini auch Aufkriegung verkaufen. Lass uns von diesem emotionalen, schönen Thema mal zu einer ernsteren Geschichte kommen. Es gab und gibt viel Diskussion und Redebedarf rund um diese Weltmeisterschaft mit politischen Hintergründen. Es gab Proteste rund um den Eröffnungstag. Und Marken stehen ja heutzutage extrem unter Druck, Haltung zeigen zu müssen. Wie siehst du denn dieses Spannungsfeld zwischen Purpose und Unterhaltung? Ja, es ist definitiv ein Spannungsfeld. Also viele Marken tun, woher es müssten Haltung und Unterhaltung gegenspieler sein. Das glaube ich nicht. Also ich glaube auch, wenn es aus dem Produkt herauskommt, dann ist es überzeugend. Ich möchte aber auch nicht sehen. Und das war vor zwei, drei Jahren auch bei uns bei der Fußball-Europameisterschaft noch. Dass Globaltätikmarken dann in Deutschland mit Regenbogenflaggen agieren, aber in Ungarn sie schon weglassen. Also das ist das Schädlichste, was eigentlich dem Haltungsmarking oder auch der eigentlichen Haltung, die dann jeder möglicherweise hat, auch passieren kann. Nämlich das Haltung oder zu einem lokal ausgesteuerten Promotion instrumentiert. Dann hat es nämlich gar nichts mit, den Haltung zu tun, sondern das ist nur Mittel zum Zweck. Und ich glaube, dass wir jetzt ein bisschen davon weg sind, dass es natürlich Diskussionen um jedes große Ereignis gibt. Was betrifft ein Olympiare-Respendium genauso wie eine Fußball-Weltmeisterschaft. Es gibt Diskussionen, die jetzt aktuell natürlich sind mit dem somalischen Schiedsrichter, der nicht einreisen durcht, sondern eine Nähe zu einer Terrormediz unterstellt worden ist. Ich kenne da jetzt keine Details. Ich fand die Antwort der UEFA nur herausragend, die gesagt haben, sie laden mir nicht die Schiedsrichter ein. Das spielt den europäischen Supercup zwischen dem Champions League-Gewinner und dem Oberlig-Gewinner zu pfeifen. Also eine wunderbare eigentliche Antwort darauf. Aber die Fußball-WM findet auch nicht in einem autarken Raum statt, sondern in einem hochpolitischen, globalen Zustand, multipler Krisen, Kriege und Herausforderungen. Ich glaube, wenn man aktuell sieht, hat man so 65 Krisen und Kriege, gerade Bürgerkriege oder dergleichen Mitzelt in der Welt. Das heißt, nein, es ist keine heile Welt. Und diese WM ist auch nicht auf einem anderen Planeten, sondern sie muss sich dem aussetzen. Sie muss sich damit umgehen. In Mexiko und Kanada ist es möglicherweise anders als in den Restriktionen, als in den USA. Das gehört auch zur Wahrheit dazu. Aber ich glaube, wir tun gut daraus, auch aus der Vergangenheit zu lernen, dass die deutsche Nationalmärkte sich auf den Fußball konzentriert und dass Politik und Sportfunktionäre vorher genau diese Themen abräumen. Wann wird es denn zum Risikohaltung zu zeigen? Immer. Also Haltung zu zeigen ist immer mit Risikoverbunden, ist immer mit Mut verbunden, weil es natürlich auch immer eine Gegenseite gibt. So und das sehen Politiker in der Kleinstadt, die dann gegen rechts irgendwie aufrufen und möglicherweise dann beschmierte Türen haben. Oder wie ein toller Kollege der SPD, der dann in Weitampf irgendwie verprügelt worden ist. Das ist leider auch eine Schattenseite der Politisierung unseres Alltags. Ich glaube, wir als Medienschaffende können uns aber überlegen, ob wir Walter Öhlins Feuer gießen oder ob wir das so ein bisschen runter kochen. Und da haben wir auch gesehen in der Vergangenheit, dass Medien auch zum Populismus beigetragen haben in unserem Land. Und da würde ich mir wünschen, dass wir alle ein bisschen zurückgehen und dass jeder in diesem Land leben darf und lieben sollte, wenn er mag. Und von daher, wir waren schon mal weiter und ich würde mir wünschen, wir kommen da wieder hin. Gelten dahingehend denn im Sportmarketing andere Regeln als in der klassischen Unternehmenskommunikation. Das Umfeld ist sensibler. Also alles ist öffentlich, was sie machen im Sport in der Regel. Selbst wenn sie nur eine Kampagne für den Kreislegisten machen, dann wird die Lokalzeiterung drüber berichten und die anderen Vereine sich darüber aushästen. Also das heißt alles ist öffentlich. Da muss ich sagen, irgendwie haben Politik und Sport einen hohen Schnittmeng. Das ist für klassische Unternehmen oder so. Dort ist halt nicht alles Öffentlichkeit. Wenn da einer Teilungsleiter geht oder so, ist es nicht öffentlich. Wenn bei der Nationalmannschaft einer aus dem Karten da geschmissen wird, ist es öffentlich. Und daran sieht man an dem Beispiel, glaube ich, dass es etwas ganz anderes ist. In der öffentlichen Debatte sind natürlich auch manchmal Unternehmen, aber dann eher, weil sie in Schützter und Leiden Schellbands war oder die Bahn, die mal vielleicht wieder verspittet ist oder doch schneller gekommen ist, aber normal klassischer Unternehmen eher weniger. Was können denn Marken aber trotzdem vom Sport lernen, wenn es gerade um Themen wie Identifikation und Community geht? Es gibt ja diesen Marketing-Spruch. Wir wollen Kunden zu Fans machen. Im Sport sind meist schon die Fans, wobei auch viele und Sportvereine genau vor dieser Herausforderung stehen, nämlich einmal Käufler zu Wiederholungskäufern zu machen. Das betrifft natürlich Marken genauso. Also wie kann ich über Loyalisierungsmarketing, über Geisterungsmarketing, wie kann ich Menschen häufiger davon? Ich hatte das Coca Cola Beispiel für einen genannt, dass man doch irgendwie diesen großen Vertrauen in die Marke hat oder das ist zufrieden halt auch. Aus der Vergangenheit, dass man wieder sagt, ich nehme das nächste Mal wieder, greife wieder zu dem Coca Cola und greife nicht zu einem Alternativ oder zu einer Fritz Cola oder der gleichen. Deswegen die Ausgangsvoraussetzungen sind von der Kommunikationsstrategie und vom Formaten und vom Doing ähnlich. Aber die Umsetzung ist natürlich eine ganz andere, weil das eine in meiner Öffentlichkeit stattfindet, das andere nur, wenn man es aktiv pusht oder wenn man schlitzt. Lass uns nochmal zusammen ein bisschen die Glaskugel rausholen und einen Blick in die Zukunft richten. Welche Entwicklungen werden denn das Sportmarketing in den nächsten Jahren am stärksten verändern und beeinflussen? Wir hatten angesprochen die Fakten, die Zierungen von Aufmerksamkeit. Es gibt nicht mehr den großen Kanal, den man alle erreicht, sondern Marken müssen präzise, schnelle, kulturell intelligenter werden. Zweitens die Macht einzelner Athleten und Athletinnen. Also wir sehen, dass globale Burns wie Ronaldo, man ist hier einfach signifikant mehr Reichweiten haben, als die Vereine zu denen sie gehen. Also damals die Schilderung nach dem Moderaldo hat Juventus Tourine praktisch die Vollerzahl multiplizieren lassen und die Trikotverkäufe praktisch eigentlich saléer wieder eingezogen. Also die Macht einzelner Athleten, wir haben es auch im Lego Beispiel gesehen. Und drittens die Erwartung an Echtheit. Also Fans erkennen schon schnell, ist das eine Inszenierung oder will mir jemand nur was verkaufen? Dann soll das bitte auch klar sagen, er will nur etwas verkaufen oder aber ist es irgendwie, will man mich einladen? Und ich glaube, das sind so die großen Trends neben natürlich Gamification, dem Community Management oder all diesen Themen, die man aber natürlich fast eigentlich in jeder Branche mittlerweile hat. Auch wir kommen hier nicht um das Thema KI drum herum. Ich spreche tatsächlich, habe ich das Thema mit allen meinen Gästen und auch beim Sport Marketing spielt es vermutlich eine Rolle. Kannst du kurz erzählen, welche? Na generell das Thema Datenmessung ist in Sport. Wir sind ja von, da nähen wir auch aus dem amerikanischen Sektor praktisch, ist so alles wird statistisch gemessen. Ein Chip ist im Ball, man misst irgendwie Leon Goretzka daran, wie viel Pesse hat er gespielt, also in real time auf Kekka, nicht nur wie viele Minuten auf Platz war, sondern wie viele Pesse, wie viele von Zweikämpfe erfolgreich. Also das sind alle die statistischen Daten, die man ja eh schon erhoben hat und die natürlich durch KI jetzt zur Perfektion getrieben wird. Das heißt auch da schaut man natürlich, wie Schalke 04 hat jetzt das eigene Scouting Tool Stats, die Buda haben sie es genannt, nach Stanley Buda damals, wo sie genau auch über Daten und KI praktisch gucken, wer ist der ideale Transwerfer auf Position X oder Y? Auch dort wird KI genutzt. Ich habe ja im Vorhine das Lego Beispiel, wo die ganze Welt sich selbst in dieses Sport integriert, das ist KI pur. Das heißt dort ist es aber ein Entertainment Faktor. Deswegen kann KI Varianten bauen, aber ist natürlich auch so, die echte Emotion kann nichts ersetzen. Das ist die große Chance von Live Events. Aber man kann sie natürlich durch KI verlängern, man kann sie multiplizieren und das wird natürlich auch in der Contentproduktion und so weiter gemacht. Du hast schon den großen Einfluss angesprochen, den einzelne Top-Athletinnen haben. Also immer wieder und seit vielen Jahren fallen die Namen Messi und Ronaldo. Wie verändert sich denn die Rolle der Sportlerinnen im Vergleich zu Influencerinnen? Die Athletinnen und Athleten haben etwas, was Influencer eigentlich nicht haben, nämlich echte Leistungen unter öffentlichen Druck. Also bei Influencern sind das meist gestellte Videos zeitversetzt. Hier ist es echte Leistungen unter öffentlichen Druck in real time und im Schaufenster der Welt. So das ist schon mal ein brutaler Unterschmack. Das macht es aber natürlich sehr stark, so begehrlich, wenn ein Athlet zu Höchstleistungen auch redet. Wir hatten gerade Messi und Ronaldo gesprochen, das ist deren letzte Fußball-Weltmeisterschaft. Wenn nicht was ganz Auslandgewöhnliches passiert, dann werden wir nächstes Jahr in den WM spielen sollten. Das heißt aber auch dort kommen ja neue Charakterinnen. Lamine Jamal, Mbappé sind auch schon längst etabliert auf den globalen Verwalt. Man muss glaube ich lernen, nicht jeder Athlet ist automatisch eine starke Influencer-Marke. Das liegt auch daran, ich möchte, dass der Spieler individuell ist. Das ist sein Hoheitsgebiet und sein Kanäle oder nicht. Ich glaube, die Zukunft liegt daran, dass man nicht nur Plumptestimulz hat, sondern dass man Geschichten kreiert. Da werden sich die stärksten, glaubwürdigsten und unterhaltsamsten Geschichten durchsetzen. Wenn jetzt aber einzelne Personen so einen großen Einfluss haben, was passiert mit den klassischen Sponsoring-Modellen, über die wir ganz am Anfang gesprochen haben, haben die weiterhin Bestand oder fehlten die so aus? Die haben weiterhin Bestand, weil natürlich wir hatten es gerade bei den Athleten, die finden im öffentlichen Raum statt und sie tragen dann wirklich, wenn ich jetzt Hauptsache von FC Barcelona bin, dann habe ich Spotify auf der Brust. Das heißt, wenn Lamine Jamal für den FC Barcelona aufläuft, dann ist sehr viel seines Kondens möglicherweise auch in Trikot des FC Barcelona, wenn es nicht gerade für die Nationalmatschaft ist. Das heißt, ich offitiere da dann auch vom Längelongtel der Athleten. Das wissen die natürlich mittlerweile auch, deswegen gehen es um individuelle Vermarktungsrechte, die in die Verträge integriert werden, dergleichen und davon profitieren. Am Ende des Tages, die Athletinnen und Athleten gibt eine Konzentration auf wenige Big Brands, globaler Natur. Und ich mache mir eher Sorgen, was es mit dem Zweitligaspiel auch noch, was es mit dem Basketball-Athleten in der BBL, also wie können die bei dieser Konzentration dennoch eine akzeptabel und gute Rolle spielen oder auch olympische Athleten, Paralympische Athleten, die auf jeden Sponsoring-Euro angewiesen sind. Und wenn es da eine Konzentration großer Marken auf wenige gibt, würde ich mir wünschen, dass mehr Marken auch aus dem Mittelstand und Co, das als Chance sehen, nämlich ihre Rechte genau mit diesen Alternativen zu besetzen. Ja, vielleicht doch mal andere Sportarten auszuprobieren als Fußball. Ja, machen ja viele so, aber ich glaube auch das Einstiegsticket im Fußball ist natürlich teurer als den anderen Sportarten. Aber auch der Breitensport zum Beispiel, der Amateur-Fußballe auf lokaler Ebene und so weiter sind eigentlich wunderbare Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen. Und die meisten ist halt vom Miniaturwunderland, die Braunbrüder haben irgendwie ihren Fußballverein vor den Toren verbringt. Dann haben jetzt ein Video auf solche gemacht, wo sie Jugendspieler für die D-Jugend, glaube ich, gesucht haben und das ist nie billig. Millionfach verbreitet worden, falls einfach Unifassbar nie bevollkreativ übersetzt worden ist. Du hast ja einen sehr, sehr großen Erfahrungsschatz speziell aus der Welt des Sports. Wenn du heute Kommunikationsverantwortlicher eines großen Unternehmens jenseits der Sportwelt wehrst, worauf würdest du den Fokus legen? Für mich wären drei Fragen, glaube ich, relevant nämlich erstens. Wofür stehen wir wirklich? Für wen sind wir wirklich relevant und was trauen wir uns zu sagen, was andere nicht sagen? So, und aus diesen drei Fragen würde ich eine Kommunikation entwickeln, die eine klare Handschrift trägt, die nicht austauschbar ist, sondern die tatsächlich auch nicht nur prozessual getrieben wird, nicht nur über Pönnizration gewirrt, sondern eben auch das Thema kostenlose PR-Verzinsungen bedenkt. Also ist es wert, dass man sich über mich am Stammtischabend unterhält. Also wie komme ich in diese Diskussion rein? Wie komme ich außerhalb der Servärbelbabel zum Medienumfelder an? Und ich glaube, dass man Marken wieder viel, viel mehr führen muss, auch sprachlich, auch digital. Und das wäre wahrscheinlich eine größte Herausforderung. Welche Fähigkeiten sollten denn Kommunikationsprofis deiner Meinung nach heutzutage unbedingt mitbringen? Also im Zeitalter von KI würde ich sagen Urteilsfähigkeit. Das hat sehr viel mit Erfahrung zu tun. Das hat sehr viel mit Lernkuren zu tun. Und das Urteilsfähigkeit zum einen und sie sollten von ihrem CEO Freiheit bekommen. Auch so ein bisschen Twilight-Ever, also moderne Start-up wirklich. Wirklich, wenn das funktioniert, ein, zwei Dinge nicht, dann funktioniert das dritte aber unser besser. Also ich glaube, diese Marketing braucht auch ein bisschen Raum zum Experimentieren. Abschließende Frage noch. Und zwar würde ich gerne jetzt zum Abschluss nochmal zurückkommen zum Thema Sport. Welche Kampagne hättest du denn gerne selbst gemacht? Zuletzt hätte ich gerne die Kampagne gemacht, die ist jetzt schon ein paar Jahre älter von Pepsi. Mit Pep Guardiola und wie ein kleiner Junge hinter ihm herläuft und sagt, Pep, Pep, Pep und dann dreht er sich um und sagt einfach nur sie und hat die Pepsi in der Hand. Fand ich so unfassbar schön einfach wie grandios. Ja, die einfachsten Dinge sind häufig die schönsten, oder? Absolut. Lieber Raphael, ich danke dir, dass du uns mitgenommen hast auf eine kleine Reise in die Welt des Sports. Und ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß bei der Weltmeisterschaft. Drück schön die Daumen, viel Spaß im Stadion. Vielen, vielen Dank und euch auch. Dankeschön. Mach's gut. Ciao. Danke. Tschüss.