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Auf der Lauer bei Caro Daur

Foto: © Fotolia/georgejmclittle

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Am 6. Juli 2017 erschien auf der Webseite des Manager Magazins ein Interview mit der 22-jährigen Caroline Daur, die neben ihrem BWL-Studium innerhalb von wenigen Jahren eine Instagram-Verfolgerschaft von satten 1,1 Millionen aufgebaut hat.

In diesem Interview beantwortet die junge Frau zahlreiche – wenig originelle – Fragen der Redakteurin Bianca Lang mit Floskeln, die tatsächlich nicht sehr erhellend sind. Der geringe Tiefgang der Antworten könnte durch eine Autorisierung des Interviews durch den Instagram-Star entstanden sein, will man denn den Introtext zu dem veröffentlichten Interview so verstehen.

Offenbar war das Ergebnis der Redaktion beim Manager Magazin selbst zu dünne. Das kann man sogar nachvollziehen. Vermutlich deshalb veröffentlichte die Redaktion einfach auch all die Fragen, die Frau Daur nicht beantworten wollte. Fazit? Es konnte der Eindruck entstehen, Caroline Daur wollte die relevanten, teils unbequemen Fragen nicht beantworten. Und genau dieser Eindruck sollte nun als Skandal herhalten: Die Instagram-Ikone wolle nicht „authentisch“ über ihr Einkommen sprechen und auch nicht über aktuelle juristische Scharmützel und über die Kennzeichnung von Werbung.

Innerhalb der Medienszene reichte es jedoch nur für ein laues Lüftchen, nicht für Shitstorm. Offenbar ging die Empörungswette der Redaktion nicht auf. Denn die Management-Gazette, die laut Chefredakteur Steffen Klusmann auch gern die Bunte der Businesswelt genannt wird, hatte einfach nicht genügend Futter für eine wirklich große Geschichte. Caro Daur bekam offenbar dünne Fragen, die sie dünn beantwortete. Mehr nicht. Das ist kein wirklich spannender Content, auch dann nicht, wenn man genau die Frage nach Content an Caro Daur stellte.

Im Ganzen wird das Interview durch die Veröffentlichung der nicht beantworteten Fragenauch nicht spannender. Denn die Fragen berühren Geschäftsgeheimnisse oder rechtliche Auseinandersetzungen, zu denen zahlreiche andere Befragte vermutlich auch keine Antworten gegeben hätten. Beim Manager Magazin dachte man da wohl anders, wie der stellvertretende Chefredakteur, Sven Oliver Clausen, gegenüber der W&V bestätigte: „Wir empfinden […] eine Verpflichtung gegenüber unseren Lesern, auch kritische Fragen zu stellen. Deswegen können wir es nicht akzeptieren, wenn der Interviewpartner Fragen während der Autorisierung des Interviews streicht, die wir gestellt haben.“

Stellt sich die Frage: Welche Interviews des Manager Magazins mit renommierten Wirtschaftspersönlichkeiten fielen denn bisher dadurch auf, dass die Fragen veröffentlicht wurden, die die Interviewpartner nicht beantworten wollten?

Ich wundere mich, warum die KollegInnen der MM-Redaktion solch ein banales Interview überhaupt veröffentlicht haben. Ein ausführlicher Beitrag mit einer Recherche über die Geschäftsbeziehungen, Geschäftsmodelle und die Geschäftspraktiken hätte dem Manager Magazin deutlich besser zu Gesicht gestanden und den LeserInnen auch Mehrwert geliefert. Denn natürlich ist es spannend, warum Caro Daur von ihrem Tagebuch spricht, in dem sie ihre Follower mitnehmen wolle und dann auf ihrer Webseite die aktuellen fünf Blogbeiträge allesamt Anzeigen sind.

Ich frage mich auch, warum das Manager Magazin nicht weitere Influencer und auch ihre AuftraggeberInnen befragt hat. So hätte man ein breitgefächertes Abbild dieser jungen Werbeszene samt Risiken und Nebenwirkungen aufzeigen und auch noch die Abgrenzung zu bisherigen Testemonials in der klassischen Werbung liefern können.

Mein Fazit fällt deshalb sehr nüchtern aus: Mein Beitrag erscheint fünf Tage nach der Veröffentlichung des originalen Interviews. Schon heute ist das Thema fast so kalt, wie der Lippenstift, den Caro Daur „mitentwickeln“ durfte. Schade, Chance verpasst.

jst-autorenbildÜber den Autor: Jens Stoewhase ist Geschäftsführer der Rabbit Publishing GmbH, die das Onlinejournal medienrot.de im Auftrag der Landau Media GmbH & Co. KG betreibt. Dabei ist er auch immer wieder als Produzent von Videoinhalten aktiv. Bis Ende 2011 betreute er selbst u.a. die digitalen Aktivitäten zahlreicher kommerzieller Kinder- und Jugendmagazine und YPS. Stoewhase arbeitete vorher jahrelang für den Onlinebereich der TV-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, als Freelancer im Musikbereich und entwickelte Konzepte für digitale Angebote im Entertainmentsegment.

Der Schwarzwald ist Europas beliebtester Wald auf Instagram

Foto: © AdobeStock/Arthur Palmer

Seit der Pandemie haben sich viele Menschen in die freie Natur begeben und die Schönheit der Wälder für sich entdeckt, sei es, um mit dem Hund spazieren zu gehen, zu joggen oder einfach nur, um die frische Luft und die natürliche Landschaft zu genießen.

Clearitwaste.co.uk hat untersucht, welcher der berühmtesten Wälder Europas am häufigsten auf Instagram zu sehen ist.

Angeführt werden die Top 10 der „most instagrammable forests“ vom Schwarzwald mit 2.400.000 Hashtag-Nennungen auf Instagram. An zweiter Stelle steht der Forêt de Fontainebleau in Frankreich mit 42.000 Hashtags. Die deutschen Buchwälder landen auf Rang drei (24.400 Hashtags).

An vierter Stelle steht der Białowieża-Wald, der an Polen und Weißrussland grenzt, mit satten 15.600 Hashtag-Nennungen. Gerade noch in die Top 5 geschafft hat es der Foret de Compiegne mit 4.600 Instagram-Hashtags, der in Frankreich liegt und ein beliebter Rückzugsort von Kaiser Napoleon III. war.


Zur Methodik:
Die ExpertInnenen von ClearitWaste.co.uk wollten herausfinden, welche Wälder laut Instagram-Hashtags am häufigsten fotografiert werden. Um eine umfassende Liste zu erstellen, berücksichtigten die ExpertInnen nationale Wälder, die in den folgenden Publikationen aufgeführt sind: thebitetour, fortraveladvicelovers, interrail, intriper, tripadvisor.

Die Verwendung von Instagram-Hashtags wurde als offizielles Kriterium herangezogen, wobei ausschließlich die Formel „#forestname“ verwendet wurde, um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten. Insgesamt wurden Daten für 21 Wälder gesammelt. Die Wälder wurden von der höchsten bis zur niedrigsten Anzahl von Hashtags gereiht.
Die Daten wurden am 08/09/22 erhoben und können sich noch ändern.


Quelle: PM Clearitwaste.co.uk

MrWissen2go goes Insta

© funk

Mirko Drotschmann, aka MrWissen2go, startet nach seinem erfolgreichen YouTube-Kanal nun ein erweitertes Angebot auf Instagram. Dort gibt es seit dem 1. Dezember 2022 spannendes Allgemeinwissen rund um Politik, Geschichte und das aktuelle Zeitgeschehen. Die neue Plattform ergänzt unter dem Namen @MrWissen2go die Inhalte des YouTube-Kanals und bietet den NutzerInnen darüber hinaus jeden Tag noch mehr Themen, Erklärungen und Hintergrundinfos.

MrWissen2go erklärt nun auch auf Instagram all das, was in den Nachrichten vielleicht nicht ganz so verständlich kommuniziert wurde. Egal ob Energiekrise, Ukraine-Krieg, Corona oder der Erfolg von Taylor Swift: MrWissen2go will den Instagram-User:innen alle wichtigen Hintergrundinformationen und Erklärungen zu Themen geben, die sie aktuell beschäftigen – und das so objektiv und neutral wie möglich.

Host Mirko Drotschmann über den Kanalstart: „Instagram ist für viele junge Menschen eine wichtige Plattform, um sich über das aktuelle Geschehen zu informieren. Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass MrWissen2go jetzt auch dort mit einem hintergründigen Angebot vertreten ist – analog zu dem Kanal bei YouTube.“
Quelle: PM funk