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Social Media Monitoring Marke Eigenbau, Teil 9: Twitter Grader

Twitter Grader ist ein kostenloses Tool, mit dem man die Relevanz eines Twitter-Users im Vergleich zu anderen Usern einschätzen kann. Es ordnet jedem Twitter-User einen Wert zwischen 0 und 100 zu. Je höher der Wert ist, desto größer ist der Einfluss des Users auf die Twitter-Gemeinschaft. Der Wert wird u.a. aus der Anzahl der Follower, der Anzahl der Personen, denen der Nutzer selbst folgt, und der Häufigkeit, mit der er seine Tweets absetzt, berechnet.

In unserem Beispiel hat der User @fragtnach einen Grade von 77. Er gehört somit zu den Top 23% der von Tweet Grader bewerteten Profilen. Er belegt Rang 3.125.875 von 13.580.380, hat 181 Follower, folgt 128 Usern und hat seit Bestehen seines Twitter-Accounts 2.053 Tweets abgesetzt. Ein Auszug aus seiner Userbeschreibung (Bio), seinem Heimatstandort und Startzeitpunkt seines Accounts werden zusätzlich geliefert. Eine TweetCloud zeigt die am häufigsten verwendeten Wörter. Hinter “Follower History” verbirgt sich eine grafische Auswertung zur Entwicklung der Follower des Accounts.

Im Vergleich dazu erhält beispielsweise der User @monasterium einen Gesamt-Grade von 94 und hat somit nach der Logik von Twitter Grader einen wesentlich größeren Einfluss auf die Twitter-Gemeinde als der User @fragtnach.

Das rein statistische Tool gibt einen guten – auf nackten Zahlen basierenden – Überblick zu den quantitativen Parametern eines Twitterers. Das Ranking sorgt für eine erste Einordnung innerhalb der Millionen-Community. Leider macht Twitter Grader dabei keinerlei Aussagen über die Inhalte der Tweets. Von Interesse für PR-Profis ist immer mehr, wie einflussreich ein User in Bezug auf ein bestimmtes Thema ist. Im obigen Beispiel hat @fragtnach einen niedrigeren Grade als @monasterium, ist aber zum Thema Fracking, einer umstrittenen Öl- und Gasfördermethode, ein gesuchter Experte und Anführer der Anti-Fracking-Front im Social Web. @monasterium beschäftigt sich dagegen mit dem Thema nur am Rande. So kann auch im Fall von Twitter Grader das kostenlose Tool nur einen ersten Eindruck über den Einfluss eines Users geben. Die Erkenntnisse müssen dann thematisch eingeordnet und sinnhaft bewertet werden. Wer sich rein auf die statistischen und automatisch generierten Daten verlässt und daran seine Strategie ausrichtet, wird am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit am Ziel vorbeischießen.

Teil 01: Die Clusterung der Tools
Teil 02: Die Twitter-Suche
Teil 03: Die Weblog-Suche
Teil 04: Die Video-Suche
Teil 05: Bookmarking-Dienste
Teil 06: Socialmention
Teil 07: Bewertungstools
Teil 08: TweetStats
Teil 09: Twitter Grader
Teil 10: Marketing Grader
Teil 11: Followerwonk
Teil 12: Fanpage Karma
Teil 13: Klout

Über den Autor: Eike Tölle studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin und ist Leiter der Medienanalyse bei der Landau Media AG. Seit 2001 ist er für den Aufbau und die Implementierung des Leistungsbereiches Medienanalyse bei der Landau Media AG verantwortlich und entwickelt im Rahmen dieser Tätigkeit Methodiken und Tools der Medienresonanzanalyse. Des Weiteren hält er Vorträge mit dem Schwerpunkt PR-Controlling und ist Mitglied diverser Arbeitskreise zu den Themen Wertschöpfung und Social Media.