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Social Media Monitoring Marke Eigenbau, Teil 7: Bewertungstools

Nachdem ich zuletzt kostenlose Monitoring-Tools vorgestellt habe, die dabei helfen, Social-Media-Quellen zu durchsuchen, stellt sich nun die Frage nach der Relevanz einzelner Beiträge. Interessant ist auch der Einfluss des Verfassers eines Beitrags auf die Social-Media-Community. Für die Pressearbeit gilt es, die wirklich wichtigen Blogs und Multiplikatoren zu einem Thema zu identifizieren, um sie gezielt ansprechen zu können. Muss beispielsweise auf einen negativen Tweet reagiert werden, da der twitternde User viele Follower hat und somit viel Aufmerksamkeit mit seinen Äußerungen erzeugen kann, oder bewirkt man durch die Reaktion genau das Gegenteil und sorgt womöglich selbst für die Verbreitung des negativen Contents, der durch Nichtbeachtung sonst im Nirwana des Web 2.0 untergegangen wäre?

Berüchtigt und gefürchtet ist hier der sogenannte „Streisand-Effekt“: Dieser bezeichnet die Situation, dass durch den Versuch, eine Information zu unterdrücken, genau das Gegenteil erreicht wird und die Information besonders bekannt gemacht wird. Seinen Namen verdankt der Effekt Barbra Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Website Pictopia.com 2003 erfolglos auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil  diese eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens veröffentlicht hatte. Erst durch die Klage stellte Frau Streisand eine Verbindung zwischen sich und dem abgebildeten Gebäude her, woraufhin sich das Foto nach dem Schneeballprinzip im Internet verbreitete. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt).

Die von den klassischen Medien gelernten Größen wie Auflagen und Reichweiten greifen im Social Web nicht mehr. Stattdessen müssen alternative Bewertungsmethoden gefunden werden. Je nach Art des Portals können diverse Kennzahlen herangezogen werden, um eine erste Einschätzung der Relevanz vornehmen zu können. Hier einige Beispiele:

· Weblogs: Google Page Rank, Anzahl Kommentare, Visits

· Twitter: Anzahl Tweets, Follower, Anzahl Retweets

· Youtube: Zugriffe, Abonnenten, Anzahl Kommentare, User-Bewertungen

· Social Networks: Mitgliederzahlen einer Gruppe, Anzahl der Fans, Likes, Beiträge pro Monat

· Foren: Forenmitglieder, Anzahl Threads pro Monat, Anzahl Kommentare zum Thread

Im Internet gibt es eine Vielzahl kostenloser Tools, die bei der Relevanzbewertung Unterstützung bieten. Einige Tools verdichten dabei die einzelnen Kennzahlen zu einer toolindividuellen, globalen Kennzahl, die die Relevanz eines Blogs, Users etc. im Vergleich zu anderen bewertet und darstellt. Dabei berücksichtigen die Tools die Eigenheiten von Social Media, d.h. es geht um Vernetzung, Aktivität, Reichweite, Einfluss, Feedback und Dynamik. Für Twitter heißt das beispielsweise, dass ein User umso relevanter ist, je stärker er vernetzt ist (Follower hat), je aktiver er ist (regelmäßig twittert) und je stärker er andere User beeinflusst (zitiert / retweetet wird).

Wie schon im Monitoring gibt es auch bei der Relevanzbewertung Tools, die einzelne Medien oder Plattformen analysieren, oder aber plattformübergreifend eingesetzt werden können. Hier eine kleine Auswahl an Tools, die in den folgenden Wochen näher vorgestellt werden:

Twitter

http://www.tweetstats.com
http://twittergrader.com/
http://www.twitalyzer.com

Blogs

•  http://marketing.grader.com/

Facebook

http://www.facemeter.de/
http://www.fanpagekarma.com/

Übergreifend

http://www.klout.com
http://www.peerindex.net/

Und noch ein Klicktipp on top:

https://digital.com/blog/social-media-tools/ (9 Social-Media-Tools für KMU)

Teil 01: Die Clusterung der Tools
Teil 02: Die Twitter-Suche
Teil 03: Die Weblog-Suche
Teil 04: Die Video-Suche
Teil 05: Bookmarking-Dienste
Teil 06: Socialmention
Teil 07: Bewertungstools
Teil 08: TweetStats
Teil 09: Twitter Grader
Teil 10: Marketing Grader
Teil 11: Followerwonk
Teil 12: Fanpage Karma
Teil 13: Klout

Über den Autor: Eike Tölle studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin und ist Leiter der Medienanalyse bei der Landau Media AG. Seit 2001 ist er für den Aufbau und die Implementierung des Leistungsbereiches Medienanalyse bei der Landau Media AG verantwortlich und entwickelt im Rahmen dieser Tätigkeit Methodiken und Tools der Medienresonanzanalyse. Des Weiteren hält er Vorträge mit dem Schwerpunkt PR-Controlling und ist Mitglied diverser Arbeitskreise zu den Themen Wertschöpfung und Social Media.