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Social Media – Irgendwie super!

Wer heutzutage etwas auf sich hält, der hat eine Social Media Strategie. Sollten wir also auch haben für unser Unternehmen, wir wollen ja nicht altbacken daherkommen. Also rein in die bunte Glitzerwelt der Social Media Planung und strategische Ziele formuliert. Lockere Stimmung und gute Vibes sind in diesen mit englischem Vokabular durchsetzten Gesprächen garantiert. Cool.

Nach einigen Stunden hängt sie da – unsere Strategie. Wir wollen beispielsweise unsere Kunden über Facebook erreichen. Ist ja alles so schön messbar in der digitalen Welt, denke ich. „Wer folgt uns eigentlich derzeit so auf Facebook?“, frage ich naiv und gut gelaunt in die Runde. Unseren Social Media Experten gefriert das Gesicht. „Na, Ihre Fans, Friends und die, die Sie gelikt haben“, kommt die Antwort etwas zögerlich. „Prima, und wie viele davon sind unsere Kunden?“. Die Ruhepause wird länger, die Vibes negativer. „Keine Ahnung.“ Klare Antwort und ohne jede englische Vokabel. „Und wie messen wir dann, ob wir unsere Zielgruppe erreichen?“, frage ich etwas irritiert. Keine Antwort, das Gesicht sieht aber genau so aus, wie bei der Antwort zuvor.

Nach einigen Stunden hartnäckigen Fragens kam ich zu folgenden Ergebnis: Man kann auf Facebook super Leute erreichen, weiß allerdings meist nicht wen. Die bekommen dann irgendwie die Inhalte, die man auf Facebook postet, man weiß allerdings auch da nicht genau, ob oder ob nicht. Irgendwie ist es deshalb toll, wenn immer mehr Leute, die man nicht kennt, Inhalte angeboten bekommen, von denen man nicht weiß, ob sie sie sehen werden. Das funktioniert alles in „Realtime“ und zwar voll „interactive“ und macht ein modernes „Image“.

Für mich hat diese Erkenntnis die Kommunikation für Mittelständler über Facebook in eine Reihe mit schamanischen Gesängen oder Voodoo-Ritualen gestellt. Da behaupten die Praktizierenden auch immer, dass es super klappt, können aber nur sehr verschwommen erklären wieso.

Über den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.