
Siemens-CEO Roland Busch ist der neue Spitzenreiter im „LinkedIndex 2026“ von Palmer Hargreaves. Die Kommunikationsagentur hat zum sechsten Mal die LinkedIn-Aktivitäten der Vorstandsvorsitzenden großer deutscher Unternehmen ausgewertet – und dabei einen deutlichen Wechsel an der Spitze festgestellt. Busch verdrängt Markus Krebber (RWE) auf Platz zwei, während Carsten Knobel (Henkel) den dritten Rang belegt.
Breite Datengrundlage für CEO-Kommunikation
Für die aktuelle Analyse untersuchte Palmer Hargreaves die LinkedIn-Kommunikation von 84 CEOs aus DAX-, MDAX- und TecDAX-Unternehmen im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025. Grundlage der Bewertung sind insgesamt 2.857 Beiträge, rund 44.142 Interaktionen der CEOs sowie etwa 2,5 Millionen Reaktionen aus der Community.
Die Bewertung basiert auf fünf Indexfaktoren:
- Followerwachstum
- Beitragsfrequenz
- Audience Activity (Reaktionen und Engagement)
- Community Management (Interaktion unter eigenen Posts)
- Diskurs (Interaktion mit fremden Inhalten)
Damit rückt die Studie stärker als in den Vorjahren die Dialogfähigkeit und Netzwerkaktivität von Führungskräften in den Mittelpunkt.
Roland Busch setzt neue Benchmark
Besonders deutlich zeigt sich der Bedeutungsgewinn von Siemens-CEO Roland Busch. Er verbessert sich innerhalb eines Jahres von Platz 17 auf Platz 1 und gilt laut Studie als neue Benchmark für erfolgreiche CEO-Kommunikation auf LinkedIn.
Busch verbindet „technologische Zukunftsbilder, hohe Frequenz, starke Publikumsresonanz und eine plattformnahe Erzählweise zu einem Gesamtauftritt, der Vision und Zugänglichkeit überzeugend zusammenführt“, heißt es in der Auswertung.
In den Einzelkategorien liegt er in mehreren Bereichen an der Spitze und zeigt damit eine besonders ganzheitliche Kommunikationsleistung.
Krebber und Knobel bleiben in der Spitzengruppe
Markus Krebber (RWE), der bereits dreimal den Spitzenplatz innehatte, fällt auf Rang zwei zurück, bleibt jedoch eine der prägendsten Stimmen im Ranking. Er positioniert sich weiterhin als pragmatischer Gestalter der Energiewende.
Carsten Knobel (Henkel) auf Platz drei hat sich ebenfalls stabil in der Spitzengruppe etabliert. Seine Kommunikation verdichtet zunehmend die Unternehmensgeschichte zu einem Zukunftsnarrativ, das Herkunft, Kultur und Transformation verbindet.
Weitere Plätze im Top-10-Ranking
Die Plätze vier bis zehn belegen:
- Leo Birnbaum (E.ON)
- Tim Höttges (Deutsche Telekom)
- Bernd Montag (Siemens Healthineers)
- Dominik von Achten (Heidelberg Materials)
- Vincent Warnery (Beiersdorf)
- Christian Klein (SAP)
- Michael Sen (Fresenius)
Auffällig ist dabei, dass mehrere CEOs ihre Position im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnten und sich insbesondere über höhere Interaktionsraten und stärkere Community-Bindung auszeichnen.
LinkedIn als zentrale CEO-Plattform
Die Studie unterstreicht erneut die wachsende Bedeutung von LinkedIn für die Vorstandskommunikation. Alle relevanten Leistungsindikatoren zeigen laut Palmer Hargreaves einen Aufwärtstrend.
Die qualitative Analyse der Top 10 ergibt ein klares Muster: Erfolgreiche CEOs nutzen LinkedIn nicht als Bühne für persönliche Karrieren, sondern als Plattform zur Moderation institutioneller Transformation.
Im Zentrum ihrer Kommunikation stehen:
- Zukunftsorientierung
- Team- und Organisationsbezug
- gesellschaftliche Relevanz
- sichtbare Begleitung von Wandel
CEOs als Moderatoren des Wandels
„Die erfolgreichsten CEOs auf LinkedIn sind keine Corporate Influencer, sie machen sich nicht selbst zum Thema“, erklärt Daniel Jungblut, Director Executive Communications bei Palmer Hargreaves und Leiter der Studienreihe.
Stattdessen, so Jungblut weiter, kommunizieren sie vor allem über den Wandel, den sie begleiten: Sie erklären, ordnen ein, zeigen Richtung – und verbinden ihre Rolle mit den Erwartungen von Mitarbeitenden, Kunden und Investoren.
Fazit
Der LinkedIndex 2026 zeigt deutlich: LinkedIn ist längst ein strategischer Kommunikationsraum für CEOs geworden. Erfolgreiche Vorstandsvorsitzende überzeugen dabei weniger durch Selbstdarstellung als durch Kontextualisierung und Einordnung unternehmerischer Transformation.
Roland Busch steht exemplarisch für diesen Trend – als neuer „LinkedIn-König“, der technologische Visionen mit hoher Kommunikationsaktivität und gesellschaftlicher Anschlussfähigkeit verbindet.