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Prognosen sind schwierig

Medien wollen Prognosen, Menschen vermutlich auch. ExpertInnen geben Prognosen. Aber sollten sie das auch? In seiner neuen Kolumne erklärt Uwe Mommert, warum er sich mit Zukunftsprognosen gern ein wenig zurückhält …

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“, soll Mark Twain mal passend formuliert haben. Als Kolumnenautor und Unternehmenslenker kann ich das nur bestätigen. Trotzdem ernte ich in Meetings und bei Podiumsdiskussionen immer wieder ungläubige Blicke, wenn ich offen und klar gestehe: „Ich kann nicht voraussagen, wie sich die Medienwelt verändern wird“.

Es ist ja auch eine Unverschämtheit, wenn ein „Experte“ kein klares Bild von der Zukunft zeichnen kann. „In zwölf Monaten lesen wir alle die Zeitung mit unseren digitalen Kontaktlinsen“ oder „In 24 Monaten hat Google mit seinen selbstfahrenden Autos die urbane Mobilität neu geordnet“. Solche Sätze müssen Experten absondern. Die meisten machen das auch – im sicheren Wissen, das sowieso keiner in zwölf Monaten schaut, was man da in der Vergangenheit verzapft hat.

Eigentlich sind ja Prognosen auch nichts Schlimmes, sie regen zum Denken über die Zukunft an und helfen dabei, den richtigen Kurs für Projekte zu bestimmen. In unserer schnelllebigen Zeit kann das aber manchmal auch ungünstig sein. Wer darauf vertraut, dass eine Prognose wirklich eintritt, der verpasst es oft, jeden seiner innovativen Einzelschritte immer wieder mit der Realität abzugleichen. Genau das ist aber die Überlebenstechnik, die in schnelllebigen Zeiten funktioniert.

Wenn es also eine Prognose braucht, dann diese: „Nur Unternehmen, die auf die rasante Entwicklung in den Märkten ebenso rasant reagieren können, werden dauerhaft überleben.“ Die Hauptaufgabe ist es, Unternehmen so zu verändern, dass eine agile Innovationskultur möglich wird. Wer nicht mehr langjährigen Planungen nachhängt, sondern permanent seinen innovativen Kurs kontrolliert, der ist 2015 auf dem richtigen Weg.

uwe-mommert-neuÜber den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.

 

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