
Online-Audio hat sich in Deutschland auf hohem Niveau als Massenmedium etabliert. Laut Online-Audio-Monitor 2026 hören 75 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren zumindest gelegentlich Online-Audio, 68 Prozent mindestens einmal im Monat. Podcasts erreichen inzwischen 34 Prozent der Bevölkerung, 20 Millionen Menschen hören sie regelmäßig mindestens einmal im Monat.
Besonders relevant sind Podcasts für Jüngere: Bei den unter 30-Jährigen liegt die regelmäßige Podcast-Nutzung bei 48 Prozent. Auch als Informationsmedium gewinnen Podcasts an Bedeutung. Für 35 Prozent der regelmäßigen Podcast-Hörer:innen sind sie eine hauptsächliche oder sogar die wichtigste Informationsquelle zum Zeitgeschehen, weitere 42 Prozent nutzen Podcasts ergänzend zu anderen Quellen. Politik und Gesellschaft ist mit 50 Prozent das meistgehörte Thema.
Während sich die Reichweiten der Formate weitgehend stabilisieren, verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend auf die Frage, wie Nutzer:innen zu den Angeboten gelangen. Beim Podcast-Zugang führt in Deutschland Spotify mit 52 Prozent vor YouTube mit 44 Prozent. Spotify ist insbesondere bei Jüngeren stark, während YouTube über alle Altersgruppen hinweg relevant bleibt.
Auch das Auto wird dabei zu einem wichtigen Schauplatz. 30 Millionen Menschen hören dort Online-Audio. Radio bleibt zwar die wichtigste Audioform, zugleich ist das Auto deutlich digitaler geworden: Musikstreaming und Webradio haben gegenüber dem Vorjahr zugelegt, auch Podcasts werden häufiger genutzt. Insgesamt hören 84 Prozent der Online-Audio-Hörer:innen im Auto Radio – über UKW, DAB+ oder Webradio.
Mit Apple CarPlay und Android Auto verändert sich jedoch die Auffindbarkeit. Der Zugang entscheidet zunehmend darüber mit, welche Inhalte Nutzer:innen überhaupt wahrnehmen. Im Podcast This is Media NOW beschreibt Katja Ostrovsky, Geschäftsführerin des Aggregators radio.de, deshalb eine Verschiebung des Moments der Auswahl: Die Entscheidung, welchen Audio-Content man hört, finde zunehmend außerhalb des Autos statt, weil Fahrer:innen während der Fahrt nur begrenzte Möglichkeiten zur Suche hätten.
Das Smartphone bleibt mit 83 Prozent das wichtigste Endgerät für regelmäßige Online-Audio-Hörer:innen. Gleichzeitig entwickeln sich Podcasts weiter: Vier von zehn regelmäßigen Podcast-Hörer:innen nutzen sie mit parallelem Video, wobei das Bild zunehmend als optionale Ergänzung zum Audioinhalt verstanden wird. 18 Prozent zahlen bereits für Podcast-Inhalte oder unterstützen Podcaster:innen finanziell. Rund sechs von zehn wären grundsätzlich bereit, für mindestens einen Mehrwert zu zahlen – am häufigsten für ein werbefreies Hörerlebnis.
Auch die Nutzung selbst verändert sich. Podcasts werden besonders für Hintergrundwissen, Vertrauen und eine gezielte Themenauswahl geschätzt und am häufigsten exklusiv gehört. Insgesamt zeigt der Online-Audio-Monitor damit: Die Reichweite von Online-Audio ist weitgehend etabliert. Für Anbieter:innen wird zunehmend entscheidend, über welche Plattformen und Geräte ihre Inhalte entdeckt und genutzt werden.
online-audio-monitor.de, online-audio-monitor.de (Key Facts, PDF), thisismedianow.podigee.io (Podcast, ca. 20 min)