NetFed HR Benchmark 2025: Barrierefreiheit bleibt Baustelle

Karriereportale deutscher Unternehmen haben sich inhaltlich professionalisiert, bleiben technisch aber häufig hinter den Möglichkeiten zurück. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt der aktuelle HR Benchmark 2025 der NetFed GmbH. Die Studie beleuchtet digitale Auftritte im Employer Branding und zeigt überraschende Entwicklungen – von technischer Stagnation bis hin zum Revival persönlicher Recruiting-Events.

„Karriereportale haben sich inhaltlich gefestigt, technologisch erleben wir jedoch eine Phase der Stagnation“, sagt Christian Berens, Geschäftsführer der NetFed GmbH. Vor allem die Diskrepanz zwischen interner und externer HR-Technologie fällt auf: „Während Unternehmen intern modernste HR-Technologien einsetzen, präsentieren sie sich nach außen oft mit erstaunlich konventionellen Websites.“

Storytelling ja, Interaktion nein

Positiv: Authentisches Storytelling, zielgruppengerechte Sprache und multimediale Inhalte haben sich als Standard etabliert. Ob persönliche Texte, Podcasts oder Videoporträts – viele Unternehmen setzen auf Vielfalt. Auch das Thema Diversity gewinnt an Bedeutung: Laut Benchmark bekennen sich 82 Prozent der untersuchten Unternehmen aktiv zu einer inklusiven Arbeitskultur.

Doch bei den interaktiven Funktionen zeigt sich ein rückläufiger Trend. Chatbots, Cultural-Fit-Tests und One-Click-Bewerbungen stagnieren oder verschwinden sogar wieder. „Ein Lichtblick ist die zunehmende Nutzung von Job-Alerts“, so Berens – eine der wenigen technischen Features mit nachhaltiger Relevanz.

Barrierefreiheit bleibt Baustelle

Kritisch bewertet die Studie den Stand der Barrierefreiheit. Viele Karriereseiten erfüllen grundlegende Anforderungen nicht – weder bei der Navigation noch bei der Performance. Angesichts des kommenden Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes mahnt Berens: „Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have, sondern entscheidend für eine glaubwürdige und gelebte Diversity-Strategie.“

Persönliche Begegnung feiert Comeback

Ein unerwarteter Befund: Physische Recruiting-Events erleben nach pandemiebedingter Pause ein Comeback. Digitale Formate treten wieder in den Hintergrund. „Die Balance zwischen digitaler Innovation und persönlichem Kontakt wird neu austariert“, sagt Berens. „Unternehmen erkennen zunehmend, dass der direkte Austausch ein unverzichtbares Element im HR-Kommunikationsmix bleibt.“

Aufsteiger des Jahres: Wer bei Talenten punktet

Auch das diesjährige Ranking bringt Bewegung ins Spiel. Die Arbeitgeberattraktivität ist dynamisch – und spiegelt Investitionsbereitschaft, Innovationskraft und strategische Kommunikation wider. Zu den größten Aufsteigern zählen:

  • Otto Group: Von Platz 7 auf Platz 3 – ein klarer Sprung unter die Top 3.
  • REWE Group: Klettert 13 Plätze nach oben – von Rang 20 auf Rang 7.
  • BMW AG: Verbessert sich von Platz 16 auf Platz 8.
  • Commerzbank AG: Gewinnt 28 Plätze und steigt von Rang 46 auf Rang 18.

„Der Wettbewerb um Top-Talente entscheidet sich längst auf der digitalen Bühne“, fasst Berens zusammen. „Unternehmen müssen jetzt wieder mutiger werden und in innovative Karriereportale investieren, die Technologie und Menschlichkeit intelligent miteinander verbinden.“

Die vollständige Studie ist online abrufbar unter: www.hr-benchmark.de

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