Kollege Computer

Endlich! Der Faktor Mensch wird aus dem Journalismus gekürzt. Alles, was Fehler machen könnte, muss der maschinellen Präzision und Faktentreue weichen. (siehe meedia.de >>). Ok, zunächst sollen die hochintelligenten Roboter Journalisten erst mal Terminlisten erstellen. Aber mussten sich nicht alle Journalisten vom kaffeekochenden Praktikanten zum knallharten investigativen Journalisten hocharbeiten?

Spätestens wenn die ersten Burdablätter nicht mehr Berichte von Klatschreportern, sondern von Klatschcomputern drucken, ist der Durchbruch geschafft! Fehlerfreier Journalismus ohne störende menschliche Einflüsse. Ich habe mich gleich nach einem Programm umgeschaut, dass diese Berichte dann für mich liest. Wenn sich keine Menschen mehr die Mühe machen, journalistische Texte zu schreiben, dann muss ich ja auch nicht mehr lesen, oder?

So kann dann der automatisierte Journalist von Burda und SID direkt an meinen automatisierten Leser die neusten Nachrichten versenden. Ich denke in der Zeit an die Geisterfahrer in den Innovationsabteilungen der Verlage und Agenturen, die immer noch nicht verstanden haben, dass ihr höchstes Gut der textende und moderierende Mensch ist, der andere Menschen mit seinen Nachrichten fesseln und informieren kann. Der Mensch ist im Journalismus kein Kostenfaktor, den man rauskürzen muss, sondern der Schlüssel zum Erfolg.

Über den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.