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Fake, Fake, Fake

Foto: © Fotolia/nmann77

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Die neueste medienpolitische Sau, die durch das journalistische Dorf getrieben wird, sind „Fake-News“. Es wurde herausgefunden, dass es Menschen geben soll, die zur Untermauerung ihrer politischen oder gesellschaftlichen Standpunkte Lügen verbreiten. Das ist schon ungeheuerlich.

Diese Menschen nutzen dafür das Internet. Genauer gesagt nutzen sie die „sozialen“ Netzwerke, um auf Artikel zu verweisen, die oft in dubiosen „Online Medien“ veröffentlicht werden. Neben dem Trend zur exzessiven Verbreitung von niedlichen Tiervideos, peinlichen Missgeschicken und waghalsigen Stunts werden nun auch diese Fehlinformationen massiv verteilt.

Kann man sich drüber aufregen, kann man mit dem Finger drauf zeigen und den Kopf schütteln. Vor allem muss man Forderungen aufstellen! Facebook muss die Verbreitung solcher Inhalte stoppen! Millionen von Posts müssen durchsucht werden und die, in denen die Unwahrheit behauptet wird, müssen gekennzeichnet werden und dürfen nicht mehr verbreitet werden.

Wenn man dann aber länger darüber nachdenkt, wird es doch schwieriger. Mal von ganz offensichtlich falschen Informationen abgesehen, was ist denn eigentlich die Wahrheit? Wo hören denn „Fake News“ auf und wo fängt die „Wahrheit“ an? Soll wirklich Facebook für unsere Gesellschaft darüber entscheiden? Gibt es nicht bereits Gesetze in diesem Land, die die Verbreitung von Lügen unter Strafe stellen? Warum soll die Staatsmacht jetzt durch Facebook ersetzt werden? Muss als nächstes auch Vodafone unsere Gespräche abhören, um die, in denen Lügen verbreitet werden, zu unterbrechen und zu melden.

Neue Technologien ermöglichen Massenkommunikation. Vor dem Internet haben das schon der Rundfunk, CB-Funk, Mobilfunk und letztendlich auch das Telefon getan. Wer den Betreibern dieser Technologien die Verantwortung geben will, welche Inhalte mit ihnen verbreitet werden, muss Gesetze erlassen und durchsetzen. Ich möchte jedenfalls nicht, dass Facebook diese Kolumne nicht verbreitet, weil eine interne Abteilung sie für unwahr hält. Meine Rechte sollen auf allen Kanälen geschützt werden und Rechtspflege und -durchsetzung kann nicht delegiert werden.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.