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Bis zum Hals im Politiker-Po

Hurra! Das ZDF ist 50 Jahre alt geworden. Es liegt mit diesem Alter zwar noch 10 bis 20 Jahre unter dem Durchschnittsalter seiner Konsumenten, kann aber bereits als gereift und altersmilde bezeichnet werden. Vor allem hat das ZDF in den letzten 50 Jahren Bescheidenheit gelernt. Wo andere Fernsehsender monatelang gefeiert hätten, begnügt sich das ZDF mit einer Gala, die an nur zwei Abenden zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde. 

Da das ZDF in Zeiten des Kalten Krieges geboren wurde, hat es immer noch etwas von den Genen eines Staatsfernsehens mit Verkündungsjournalismus. Und so ist die fast vollständige Abwesenheit von kritischer Reflexion oder innovativen Ansätzen in der Jubiläumssendung nicht verwunderlich. Diese Inszenierung einer heilen Welt auf der Titanic des öffentlich-rechtlichen Fernsehens war nur schwer zu ertragen.

Zum Glück konnte das anarchistische Moment auch nach 50 Jahren noch nicht gänzlich aus der Mainzer Sendezentrale verjagt werden. Denn das ZDF bietet die frechste, direkteste und für die Politik unbequemste Sendung, welche in der Gunst der Zielgruppe die Nummer 1 ist (jedenfalls bei denen, die ohne fremde Hilfe an einem Online-Voting teilnehmen können).

Die ZDF heute-show: Politisch unkorrekt bis zur Schmerzgrenze und ehrlich bis zur fristlosen Kündigung hat das Team rund um Oliver Welke gleich noch eine alternative Jubiläumsfeier organisiert. Unter dem Titel „50 Jahre kackdreister Parteieneinfluss im ZDF“ wurden die anderen Seiten des ZDF gezeigt. Danke!

Über den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.