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Audio – auf geht’s!

Foto: © Fotolia/brat82

Alexa ist bald überall. Die nette Damenstimme von Amazon wird Bestandteil von Autos, kann Waschmaschinen steuern und weckt auch, wenn man sie darum bittet. Inzwischen gibt es für das Alexa-Versum um die 50.000 Skills. Das sind die kleinen Funktionen, die Alexa verhelfen, Gutes für ihre BefehlsgeberInnen zu tun.

In dieser Woche wurde nun auch vermeldet, dass inzwischen mehr als 3.500 Marken mit Skills bei Alexa vertreten sind. Eine Studie der Teambank AG sprach in der letzten Woche bereits von neun Millionen Deutschen, die Fragen bzw. Befehle an Alexa und Siri (Apple) richten. Der Google Sprachassistent „Ok Google“ bekam vor kurzer Zeit einen Konversationsmodus.

Die Maschinen lernen sprechen, die Marken wollen dabei sein. Zuletzt sprach ich mit Marcia Maybach von achtung! und auch mit Klas Roggenkamp im medienrot-Podcast über die Optionen, wenn die Maschinen nicht nur zu Gesprächspartnern werden, sondern auch Entscheidungen übernehmen. Was passiert, wenn ein Kunde seinem Sprachassistenten mitteilt: „Alexa, bestell Waschmittel!“?

Wer entscheidet jetzt über die Waschmittelsorte welcher Marke? Basiert die Entscheidung auf dem Tracking der Gewohnheiten des Bestellers? Wird ein Special-Angebot beim Versender des Waschmittels getriggert, weil der Besteller generell günstige Angebote nutzt? Oder wird auch einbezogen, dass sich der Besteller neulich über ein neues Waschmittel informiert hat?

Auf diese Fragen haben wir noch nicht sämtlichen Antworten. Das ist kein Problem. Was wir jedoch wissen: Die neuen Technologien wollen Inhalte. Die NutzerInnen von Sprachassistenten wollen nicht nur befehlen, sie wollen auch hören. Auch da zeigt sich Amazon ganz weit vorn, denn mit Audible haben sie schon vor vielen Jahren eine florierende Hörbuch- und Hörspielplattform übernommen und ausgebaut. Inzwischen sind sie bereits massiv in die Eigenproduktion von Hörinhalten eingestiegen. So gibt es kuratierte Podcasts für Audible-AbonnentInnen und derzeit ist man auf der Suche nach Inhalten von redaktionelle Podcastreihen und Hörserien.

Worauf will ich hinaus?

Erinnern Sie sich noch an das Wort „Seifenoper“? Nicht wenige werden das Wort mit der RTL-Serie „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ assoziieren. Doch der Ursprung liegt in den frühen 1930ern in den USA. Damals waren es kurze Hörgeschichten im Radio, in denen Werbung für verschiedene Haushaltsprodukte platziert wurde.

In der vergangenen Woche fand u.a. das Podcastfest in Berlin statt. Es war tatsächlich ein kleines Festival, auf dem live vor Publikum getalkt wurde – also Podcasts live stattfanden. Menschen saßen vor Bühnen und schauten den ProtagonistInnen auf den Bühnen zu, wie sie Interviews führten oder einfach miteinander „quatschten“. Dieses eintägige Festival war gut besucht, hat aber noch Luft nach oben.

Audioinhalte werden also immer aktiver konsumiert. Gleichzeitig werden sie Bestandteil einer digitalen Welt, die sie mit künstlicher Intelligenz paart und somit noch breiter nutzbar macht. Hier ergeben sich zahllose Ansätze, wie man Unternehmen, Themen oder Produkte platzieren kann. Dafür wird es jedoch notwendig, die eigene Ressourcen zu schaffen und sich vorab mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Meine persönliche Empfehlung: Schauen Sie dieser Tage das IFA-Special von heise.de an. Dort bekommen Sie einen guten Eindruck, wie weit Sprachassistenten bereits in die verschiedensten Systeme integriert werden.

Über den Autor:
jst-autorenbildJens Stoewhase ist Geschäftsführer der Rabbit Publishing GmbH, die das Onlinejournal medienrot.de im Auftrag von Landau Media betreibt. Dabei ist er auch Produzent des medienrot-Podcasts. Bis Ende 2011 betreute er selbst u.a. die digitalen Aktivitäten zahlreicher kommerzieller Kinder- und Jugendmagazine und YPS. Stoewhase arbeitete vorher jahrelang für den Onlinebereich der TV-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, als Freelancer im Musikbereich und entwickelte Konzepte für digitale Angebote im Entertainmentsegment.