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Unternehmenskommunikation: Eine Roadmap für 2018

Foto: © Fotolia/hakinmhan

Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen in der Kommunikation: Neben technologischen Sprüngen in Richtung Augmented und Virtual Reality ringen die sozialen Netzwerke um Aufmerksamkeit der Kunden. Kommunikation wird 2018 also noch komplexer. Umso hilfreicher ist da eine Roadmap, getreu dem Motto: Gut geplant ist halb kommuniziert.

  1. Content-Strategie und Content-Marketing-Strategie anpassen

Bei der Content-Strategie geht es um die grundlegenden Voraussetzungen, damit Content Marketing auf einem hohen Niveau gelingt. Für Unternehmen wird die Einrichtung eines Newsrooms bzw. einer Redaktion daher immer wichtiger, um professionellen Content zu produzieren und an die Zielgruppe auszuspielen.

Auch die Content-Marketing-Strategie sollte zu Jahresbeginn einer Prüfung unterzogen werden: Welche Inhalte haben 2017 besonders gut performt? Wo liegen Potenziale brach, welche Blogbeiträge haben nicht gezündet? Und muss es vielleicht weniger Text, dafür aber mehr Video-Content oder ein Podcast mit Interviews sein?

  1. Social-Media-Kanäle prüfen

In der Flut der Plattformen und Netzwerke müssen Unternehmen in diesem Jahr noch genauer und sorgfältiger auswählen. In sozialen Netzwerken setzen sich vor allem jene Accounts durch, die konstant hochwertige Inhalte ausspielen und mit den Usern interagieren. Oftmals sind aber die Ressourcen knapp, weshalb die meisten Unternehmen nicht mehrere Kanäle in gleicher Intensität managen können.

Kleiner Tipp bei der Auswahl: Besonders interessant ist derzeit die Entwicklung von Pinterest. Auf sich schnell entwickelnde Plattformen wie diese sollten Unternehmen bei ihrer Kanalkommunikation 2018 ein Auge werfen.

  1. Microcontent (z. B. Challenges) im Blick behalten

Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer zeichnet sich ein Trend ab: Umfangreiche Engagements mit hohem Aufwand wie Blogparaden werden seltener, stattdessen erobern Challenges das Netz. Bei einer Blogparade handelt es sich um einen Online-Aufruf, einen Artikel zu einem bestimmten Thema auf dem eigenen Blog zu veröffentlichen. Anschließend kommentiert der Blogger unter dem Aufruf zur Parade, um kenntlich zu machen, dass er teilgenommen hat. Die Beiträge der Blogparade werden dann unter einem einheitlichen Hashtag via Social Media beworben und im Aufruf verlinkt. Dabei gibt es offene und geschlossene Blogparaden, an denen entweder alle oder nur ausgewählte Mitglieder teilnehmen können.

Bekannte Beispiele für Challenges sind dagegen Aufrufe zum Crowdfunding oder zu Spendenzielen. Aber auch die aktive Teilnahme an Online-Kursen kann eine Challenge, also eine zeitlich begrenzte Mitmachaktion sein. Der Vorteil dabei: Challenges können in einzelne, kurze Aktionen unterteilt werden. Mit einer E-Mail täglich, in der es um die Erfüllung einer kleinen Aufgabe geht, lässt sich die Zielgruppe mit Microcontent eher bei Laune halten.

  1. Virtual und Augmented Reality berücksichtigen

Vieles deutet darauf hin, dass 2018 das Jahr von Virtual und Augmented Reality wird. Bis 2021 wächst dieser Markt laut Prognose um jährlich 100 Prozent. Schon heute investieren Unternehmen hohe Summen. Aus gutem Grund: 2018 wird laut Next Media Hamburg jeder dritte Deutsche eine VR-Brille besitzen.

Wenn Budget dafür vorhanden ist, sollten Entwicklungen wie eine eigene AR-App in der Unternehmenskommunikation berücksichtigt werden. Denn ARCore und ARKit zeigen, wohin die Reise von Augmented Reality geht: in den Massenmarkt. Bei Virtual Reality ist es angesichts der genannten Zahlen nicht anders.

Wie schnell die Entwicklung von AR bereits voranschreitet, zeigt das neue „Lens Studio“ der Snapchat Inc. In Zukunft ist es Entwicklern, Agenturen, Werbenden und normalen Nutzern voraussichtlich möglich, eigene AR-Angebote zwei- und dreidimensional innerhalb der App zu gestalten.

  1. Influencer kontaktieren

Für Unternehmen lohnt es sich, schon frühzeitig Influencer zu suchen und zu kontaktieren. So lassen sich für das Jahr Kampagnen und Kooperationen planen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Denn Kritik am Influencer Marketing hat ihre Gründe: Von Fake-Accounts über Followerkauf tummeln sich online schwarze Schafe, mit denen die meisten Firmen wohl lieber nicht in Verbindung gebracht werden wollen.

Daher gehört zu den Aufgaben der Unternehmenskommunikation 2018 nicht nur, Influencer zu kontaktieren, sondern genauestens und mit höchster Sorgfalt bei der Auswahl in Frage kommender Partner vorzugehen.

Fazit

Für die Unternehmenskommunikation 2018 sind drei Entwicklungen von besonderer Bedeutung: Die Reduktion von zu bespielenden Social-Media-Kanälen, der technologische Wandel hin zu Videocontent bzw. virtuellen Welten und die Sorgfalt bei der Erstellung von Inhalten sowie bei Kooperationen mit Influencern. Dann geht die Reise intern wie extern in eine vielversprechende Richtung.


carsten-christian-01_150x150pxÜber den Autor: Carsten Christian ist Online- und Social-Media-Redakteur bei der Kölner Agentur Oliver Schrott Kommunikation, wo er für den OSK-Blog zuständig ist. OSK ist Deutschlands zweitgrößte inhabergeführten PR-Agentur und betreut renommierte Automobil-, Technologie- und Industrie-Unternehmen.