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Schluss mit Medienwandel

Nach der Lektüre des MEEDIA-Artikels „Zeitungsverleger sagen Revolution ab“, rieb ich mir erstaunt die Augen. Leben die Verleger wirklich in der gleichen Welt wie ich? In meiner Welt läuft in der Zwischenzeit ein großer Teil der Bevölkerung mit Smartphones durch die Gegend und besitzt Tablet-PCs. Diese mobilen Endgeräte werden intensiv zur Informationsversorgung genutzt.

Es ist also nicht die Schuld von Google oder anderer Big Player im Netz, dass der Zeitungsleser der Vergangenheit der digitale Informationsjunkie der Zukunft ist. Es ist vielmehr eine logische Entwicklung, dass mit der Verbreitung leistungsfähiger mobiler Endgeräte die Nutzung digitaler Inhalte zunimmt. Es waren im Übrigen auch nicht die Netzgiganten, die die Gratis-Kultur im Internet begründet haben – verschenkt haben die Verlage ihre Inhalte selbst. Ja, ich weiß, Google profitiert von diesen Geschenken, indem dort Werbung verkauft wird, wo die Nutzer Informationen suchen. Das kann man kritisieren. In der dominanten Position von Google aber die einzige Ursache für die Krise der Verlage zu sehen, ist aus meiner Sicht grob vereinfacht.

Am Ende muss man sich also fragen, wofür haben die Leser einer Zeitung eigentlich bezahlt? Sind es wirklich die Inhalte oder ist es in Wahrheit doch viel mehr, was den Wert einer Zeitung ausgemacht? Thomas Knüwer hat dazu auf seinem Blog eine gute Antwort gefunden.

Die Zukunft der Verlage liegt nicht in „Paid Content“, sie liegt in einer völlig neuen, digitalen Dienstleistung. Innovation ist das Überlebensrezept für veraltete Produkte und nicht der Kampf gegen erfolgreiche Marktteilnehmer im Internet.

uwe-mommert-neuÜber den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.