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Netzgespräche: Bloggerin Ninia Binias (Ninia LaGrande)

Foto: © Alex Reszczynski

Foto: © Alex Reszczynski

Ninia Binias ist so etwas wie eine Tausendsasserin. Auf ihrem Blog ninialagrande.de schreibt sie über Großstadtgeschichten. Feminismus, Kunst, Mode, Politik und vieles mehr. Das allein ist schon ein großes Themenspektrum und genau das lässt sich auch auf ihr berufliches Leben übertragen. Sie moderiert Jugendendungen auf RTL, ist das Gesicht der neuen Glückslos-Kampagne, organisiert Poetry Slams und schreibt Bücher. Über all das hält sie ihre 15.000 LeserInnen über alle sozialen Medien auf dem Laufenden, wobei ihr besonders Twitter am Herzen liegt.

Liebe Frau Binias, vielen Dank, dass Sie so spontan und kurzfristig die Zeit für das Interview gefunden haben!

Beschreiben Sie Ihren Blog in drei Worten!
Ninia Binias: Bunt. Lässig. Haudrauf.

Seit wann bloggen Sie?
Ninia Binias: Eigentlich angefangen habe ich etwa 2005/2006 mit einem Baukasten von web.de. ninialagrande.de gibt es seit 2008.

Foto: © Frederike Finster

Foto: © Frederike Finster

Von wo aus bloggen Sie?
Ninia Binias: Ich blogge meistens von Zuhause. Da sitze ich dann im Wohnzimmer, weil ich mich dort wohler fühle als in unserem Arbeitszimmer und tippe. (Foto: Frederike Finster)

Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Ninia Binias: Ich habe Geschichten geschrieben, die ich meiner Mutter und meiner besten Freundin zur Verfügung stellen wollte. So hat das angefangen und ist dann plötzlich immer größer geworden.

Für wen schreiben Sie?
Ninia Binias: Im Prinzip schreibe ich für mich. Ich denke, wenn mir die Sachen gefallen, die ich dort absondere, dann wird es auch den Leuten gefallen, die ich auf meiner Seite haben möchte. Das funktioniert ziemlich gut. Der Großteil meiner LeserInnen ist weiblich und zwischen 25 und 45 Jahren alt.

Wie gehen Sie mit den Kommentaren Ihrer LeserInnen um?
Ninia Binias: Ich bin irgendwann auf Disqus umgestiegen, um zumindest den anonymen Kommentaren eine höhere Hürde zu setzen. Die allermeisten Kommentare sind super nett und da freue ich mich natürlich drüber. Meistens schaue ich mir auch deren Blogs an und hinterlasse einen Kommentar. Hass-Kommentare schalte ich, wenn, nur zu Dokumentationszwecken frei und ignoriere sie inzwischen komplett.

Wie finanzieren Sie Ihren Blog?
Ninia Binias: Gar nicht :D Mein Blog ist reines Hobby. Mein Hauptjob ist das Moderieren. Ich habe keine Anzeigen auf meiner Seite und mache nur sehr, sehr selten, vielleicht einmal im Jahr, einen Sponsored Post. Der wird selbstverständlich auch entsprechend gekennzeichnet. Es ist aber so, dass das Blog mir andere Jobs verschafft, mit denen ich dann wiederum Geld verdiene – beispielsweise Vorträge, Moderationen oder Schreibaufträge für Magazine.

Und wie vermarkten Sie ihn?
Ninia Binias: Ich nutze die Social Networks, wobei hier Twitter und Facebook für mich am besten funktionieren. Auch Instagram nimmt eine immer größere Rolle ein. Wenn ich eigene Veranstaltungen, TV-Sendungen oder ähnliches ankündige, dann booste ich die Beiträge meist, aber nur mit sehr geringen Summen und gezielt abgestimmt auf meine Zielgruppe.

Was war das bisherige Highlight Ihrer Blogger-Karriere?
Ninia Binias: Ach, da gab es ganz viele. Das erste Highlight war meine Verlinkung beim BildBlog 2010 – dort wurde einer meiner Artikel empfohlen und plötzlich schossen meine Klickzahlen ins Unermessliche. Ein weiteres Highlight fand an einer Ampel in Berlin statt, als eine Frau mir entgegen kam, mich anlächelte und mir dann erklärte, dass sie meinen Blog liebe. So was ist super!

Welche drei Dinge sind Ihnen beim Bloggen am wichtigsten?
Ninia Binias: Gute Texte! Nichts ist schlimmer als eine gute Idee, die dann kaputt geschrieben wird, weil der Text einfach gähnend langweilig ist oder sich den Rechtschreib- und Grammatikregeln widersetzt. Gute Fotos natürlich auch – die Zeiten von verpixelten Mini-Bildern wie auf mySpace sind definitiv vorbei. Und: Authentizität. Das ist in den letzten Jahren so ein viel benutztes und ausgenutztes Wort geworden, aber wenn du als Blogger nicht hinter dem stehst, was du da schreibst, dann bringt alles nichts.

Welche Erfahrungen haben Sie mit PRlern und Marketinganfragen gemacht?
Ninia Binias: Ganz unterschiedliche. Bei den meisten Anfragen, die ich erhalte, merke ich im ersten Satz, dass der- oder diejenige sich meinen Blog entweder gar nicht oder nur fünf Sekunden lang angesehen hat. Das wäre sogar ok, wenn sie ein gutes Angebot für mich haben. In Kombination mit „Wir können nichts zahlen, aber deine Reichweite durch Verlinkung erhöhen“ ist das dann aber der Tod. Leider gehören diese Anfragen immer noch zur Mehrheit, die in meinen Postkasten flattert. Es gibt aber Ausnahmen! Und mit denen arbeite ich dann umso lieber zusammen.

Was ist für Sie eine gute Marketinganfrage?
Ninia Binias: In einer guten Marketinganfrage ist zuerst mal mein Name richtig geschrieben (also mein Name in der Anrede überhaupt auch erwähnt). Ich möchte wissen, wie das Angebot aussieht, was ich dafür bis wann tun müsste und wie hoch das Budget ist bzw. was ich bekommen würde. Anfragen, in denen direkt steht, dass sie leider nichts zahlen können, aber [hier beliebigen Quatsch einsetzen], beantworte ich gar nicht. Bei netten Anfragen melde ich mich aber in jedem Fall zurück und baldowere dann alles Weitere aus.

Und was ist eine schlechte?
Ninia Binias: Wenn deutlich wird, dass es sich um eine Massenmail, bzw. „Copy & Paste“ handelt. Wenn mir weisgemacht werden soll, dass ich von Gutscheinen und Verlinkungen unglaublich profitieren könnte.

Was planen Sie für die Zukunft vom Blog?
Ninia Binias: Ich habe lange nur sehr wenig geschrieben, dass soll in den nächsten Wochen wieder deutlich mehr werden. Ansonsten gefällt mir momentan alles so wie es ist, aber das kann sich auch schnell wieder ändern ☺.

Für all das, was Sie so vorhaben, wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Über die Autorin:
Andrea_150x150pxAndrea Zschocher ist freie Journalistin und Bloggerin. Sie schreibt gern, aber nicht ausschließlich über Familie, Beruf und die Vereinbarkeit dieser Lebenswelten. Auf ihrem Blog „Runzelfüßchen“ schreibt sie über die schönen Seiten am Leben mit Kind. Darüber hinaus beschäftigt sie sich beruflich und privat mit Blogs, Social Media und Networking.