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Deutsche Fehlerkultur

Fehlerkultur_Fotolia_61778996Vor fast 18 Jahren haben wir Landau Media ins Leben gerufen. Unser Ziel: Die Beobachtung von Printmedien besser zu machen, als es die bisherigen Anbieter konnten. Zu dieser Zeit war mobiles Telefonieren noch ein Luxus für Manager, und gute Fotos machte man mit einer Spiegelreflexkamera, deren Filme man zum Entwickeln brachte.

Es scheint, als lebten wir nach diesen 18 Jahren in einer anderen Welt, in der unzählige Geschäftsmodelle durch neue, digitale ersetzt wurden. Amazon begann vor 18 Jahren gerade mit dem systematischen Geschäftsaufbau und ist heute schon aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Fast jedes Produkt kann man an fast jedem Ort bekommen. Dass ich überhaupt weiß, wann Amazon gegründet wurde, liegt daran, dass ich es auf Wikipedia nachschlagen konnte. Wikipedia begann vier Jahre nach Landau Media mit seinem Aufbau.

Diese radikalen Veränderungen in unserem Alltag sind meist eine Mischung aus Technologien, die eine gewisse Leistungsfähigkeit erreicht haben, und einem Unternehmer, der das Potenzial dieser Technologie für eine bestimmte Problemstellung des Alltags erkannt hat. Der Aufbau solcher Neuerungen ist meist sehr risikoreich, da man ja Angebote schaffen möchte, die es noch nicht gibt. Erst beim Schaffen dieser Angebote wird man somit feststellen können, ob es auch Kunden gibt oder eben leider doch nicht.

YouTube kills the TV Star

Ich gehöre noch in die Generation, die sich als Kind zu Massenereignissen vor dem Fernseher versammelt hat. Ob „Dalli Dalli“ oder „Hitparade“, wer mitreden wollte, musste sich das Fernseh-Pflichtprogramm angeschaut haben. Später kamen Sendungen wie „Ronny’s Pop Show“ und „Formel Eins“ dazu, in der wir mit den neuesten Top-Hits aus den Hitfabriken versorgt wurden. Kurzum, die Rollen waren noch klar: Es gab Moderatoren, die in Sendungen sagten, was man gut zu finden hatte, und es gab „die Zuschauer“, die sich bereitwillig berieseln liessen.

Vertrauen schafft Vermögen

Die Zukunft der Verlage im Internet ist abhängig von digitalen Geschäftsmodellen. Wenn es nicht gelingt, aus journalistischen Qualitätstexten im Internet Profit zu schlagen, wird es dunkel in den Verlagshochhäusern. Um dies zu verhindern, bauen die Verlage gerne Mauern auf. Im Internet nennen sich diese Mauern „Paywalls“ – Bezahlmauern, frei übersetzt.

Abgestumpft

Es tut weh, mit der eigenen Ignoranz konfrontiert zu werden. Irgendwie zuckt man darüber zusammen, wie weit die eigene Lebensgestaltung und Wahrnehmung doch von den eigenen Idealen entfernt sein können. Den letzten moralischen Ordnungsgong hat mir Meedia versetzt:

Abgestürzt

Es ist immer wieder ein furchtbarer Moment, wenn wir durch Katastrophen an die eigene Zerbrechlichkeit erinnert werden. Der Begriff „Restrisiko“ wird plötzlich greifbar und uns in schrecklichen Bildern vor Augen geführt. Auch die Tatsache, dass es bei der Germanwings-Katastrophe eine Schulklasse getroffen hat, lässt Eltern das Herz gefrieren.

Auf Entzug

Sich zu fragen, was an der Digitalisierung eigentlich alles sinnvoll und was eben nicht sinnvoll ist, grenzt schon ein bisschen an digitale Gotteslästerung. Wir tanzen alle so schwungvoll um das digitale Kalb, dass es schon fast vermessen ist, wenn man sich fragt, welche Aspekte des Lebens denn nun eigentlich besser geworden sind durch die allgegenwärtige Digitalisierung unseres Lebens.

Digitale Emanzipation

„Dafür habe ich keine Zeit mehr“. Diese Antwort hat sich zu einer Standardantwort der heutigen Zeit entwickelt. Egal ob ehrenamtliche Tätigkeit, Sport oder ein gutes Buch. Die Zeit in unserem hektischen Arbeitsalltag ist zu knapp geworden, um derlei Dingen nachzuhängen. Was aber verursacht eigentlich diesen magischen Zeitschwund in unserem Alltag?

Analogosaurus

Ja, auch mit 45 Jahren kann man sich in dieser schnelllebigen Welt schon als Dinosaurier fühlen. Als Analogosaurus sozusagen. Mir passiert das oft, wenn ich jüngeren Kollegen von solchen Dingen wie Postmappen, Faxgeräten oder Telefonzellen erzähle. Ja, ich bin sogar so alt, dass ich mich noch an eine Zeit erinnern kann, in der eilige Informationen per Fernschreiber übermittelt wurden.

Urlaub in der Online-Welt

Pling! Kaum habe ich beim Frühstück in meinem Hotel in Österreich Platz genommen, erreicht die erste WhatsApp-Nachricht den jungen Mann am Nebentisch. Andere loggen sich ins Hotel-W-Lan ein, um mit den Web-Cams auf dem Berg zu checken, wie die Sicht auf der Piste ist. Werden wir in fünf Jahren überhaupt noch hochfahren oder lassen wir Ski-Drohnen sich die Metallarme brechen, während wir auf dem Monitor den Schnee spritzen sehen? Nach dem Frühstück sind die neuesten Nachrichten auf dem Handy oder Tablet gecheckt, während eine einsame, gedruckte Zeitung als Angebot aus einer vergangenen Zeit im Durchgang zum Frühstücksbuffet liegt.

Verdummungsbeschleuniger

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Er gibt sich gerne gewohnten Ritualen hin und lässt sich gerne die eigene, einmal geprägte Meinung immer wieder bestätigen. Aus diesem Grund sind das Internet im Allgemeinen und Diskussionsgruppen mit Gleichgesinnten im Speziellen eine tolle Sache. Hier kann ich mit Menschen gleicher Meinung meine Sicht der Dinge austauschen, ohne durch störende Fakten oder komplizierte politische Zusammenhänge zum Nachdenken gezwungen zu werden.