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Durch die kalte Küche

Fotos: © Amazon

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In Berlin sagt man, das etwas, das unerwartet oder unbemerkt kommt, „von hinten durch die kalte Küche“ kommt. Genau dieses Gefühl hatte ich unlängst bei Amazon.

Mommerts Medienfrage: Wie beurteilen Sie Social Bots?

Foto: © Fotolia/Montri

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2016 war das Jahr der Bots – zumindest wurden die „Software-Roboter“ im vergangenen Jahr zum großen Thema. So sprach man Anfang 2016 noch über die Chatbots, die insbesondere in der Start-up-Szene für einen ersten Hype sorgten. Im zweiten Halbjahr rückten sogenannten Social Bots in den Vordergrund, die im Umfeld des US- und später auch des langsam beginnenden Bundestagswahlkampfes ihre Medienaufmerksamkeit bekamen und noch immer bekommen. Deshalb ist unsere erste „Mommerts Medienfrage“ auch diesem Thema gewidmet.

Neu! Mommerts Medienfrage – was ist das?

Foto: © Fotolia/nakedcm

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Die Bundestagswahl steht ins Haus und die Demoskopen haben Hochkonjunktur. Wir haben uns ebenfalls davon anstecken lassen und starten deshalb eine neue Rubrik auf medienrot.de. Mit MOMMERTS MEDIENFRAGE wollen wir Sie, liebe LeserInnen, befragen und gleichzeitig das Experiment Online-Befragung wagen. Dafür haben wir uns das Online-Meinungsforschungsinstitut Civey als Kooperationspartner an Bord geholt. Das Berliner Start-up hat sich auf die Auswertung von Onlineumfragen spezialisiert und dies erstmals weltweit in Echtzeit. Civey macht dabei die repräsentativen Ergebnisse allen NutzerInnen frei zugänglich.

Auf medienrot.de haben wir immer wieder über den Verlust von Deutungshoheit im Internet geschrieben. Denn im Netz gibt es eben viele Meinungen und bisher hat man den Eindruck, nur die lautesten Stimmen bringen ihre Meinung durch. Mit Civey wollen wir abfragen, was Sie und was Deutschland in Bezug auf die Medien denken. Dafür braucht es Zugang zu repräsentativen Daten. Und diese werden bei uns und auf zahlreichen weiteren Publikationen online erhoben. So sind wir nicht allein. Medien wie Spiegel Online sind bereits dabei. Auch hier zeigt sich wieder: Die Kooperation führt im Netz zu neuen Erkenntnissen.

Dies bedeutet auch, dass wir auch auf Ihre Kooperation angewiesen sind. Deshalb ist für die Teilnahme an den Umfragen eine Anmeldung nötig. So wird sichergestellt, dass Sie eine echte Person sind. Gleichzeitig werden diese Daten für die Berechnungen benötigt. Die erhobenen Daten werden jedoch anonymisiert und verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert. Civey versichert, dass das Umfragetool manipulationssicher ist und durch die Gewichtung der Daten der TeilnehmerInnen wirklich Repräsentativität hergestellt wird. Dabei stützt sich das Start-up auf den statistischen Fehler als Qualitätsindikator. Wenn Sie mehr über Civey und das Verfahren wissen möchten, finden Sie hier weitere Erklärungen: www.civey.com/faq

Und hier geht es zur ersten „Mommerts Medienfrage“. Dabei wollen wir Ihre Meinung zu Social Bots wissen >>

Lügen haben große Reichweite

Foto: © Fotolia/VRD

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In seiner Kolumne „Jörges“ im Magazin Stern vom 16.02.2017 geht Hans-Ulrich Jörges auf die Rolle der sozialen Netzwerke in der Verbreitung von „Fake News“ und Hetze ein. Er meint, dass die Netzwerke „auf unheimliche Weise Gesellschaft und Demokratie verformen“.

Ich bin mir da nicht sicher. Am Ende sind die Netzwerke nichts anderes als ein Weg, „dem Volk aufs Maul zu schauen“. Ein Einblick in das politische Verständnis von Otto Normalverbraucher und Erika Mustermann. Was verformt also „auf unheimliche Weise Gesellschaft und Demokratie“?

Ich glaube, dass solche Verformungen ein langfristiger Prozess sind. Ein Prozess, dessen Krönung sicherlich der amerikanische Präsident mit seiner Medien und Oppositionsschelte ist. Er ist aber nur die konsequente Weiterführung eines politischen Sittenverfalls. Warum heißen Lügen neuerdings „Fake News“. Warum gilt nicht mehr „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“? Betrachten wir hier nicht die Auswirkungen eines Verfalls der politischen Kultur, der schon lange vor Facebook begonnen hat?

Angefangen hat der Prozess in meinen Augen mit chronischer Vereinfachung. Politische Dikussionen wurden zunächst von Fakten befreit und in Parolen gepackt. Ganze Wahlkämpfe wurden ohne politische Inhalte, nur mit der Fixierung auf Personen geführt. Nachrichten wurden zum „Infotainment“. Politische Meinungsbildung sollte unterhaltsam werden. Das Ringen um eine gute Lösung ist zu einer politischen Seifenoper geworden, in der Fakten nur den Unterhaltungswert reduzieren würden. Alle diese Entwicklungen sind in den „klassischen Medien“ schon lange zu beobachten.

Was wir brauchen, ist eine Rückbesinnung auf gesellschaftliche Werte und politische Kultur. Wir brauchen Journalisten und Medien, die uns wieder Fakten zumuten und den Vereinfachern das Wasser abgraben. Wir brauchen Politiker, die Respekt für andere Meinungen zeigen und ihren Standpunkt auch ohne Verunglimpfung des politischen Gegenübers formulieren können.

Es sind nicht „die sozialen Netzwerke“, die die politische Kultur verändern. Es sind immer Menschen. Wir brauchen jetzt Journalisten und Politiker, die nicht durch Lautstärke und Vereinfachung, sondern durch Persönlichkeit und Werte die politische Diskussion bestimmen. Kein hektisches Themenhopping mehr, das sich von den Brandstiftern die Themen aufzwingen lässt, sondern fokussierte inhaltliche Diskussionen, wie wir dieses Land weiterentwickeln wollen, das kann das Rezept der Demokratie sein.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.

Im Dschungel der Übertragungsrechte

Foto: © Fotolia/victor217

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Als Sportfan hat man es nicht leicht! Wenn man nicht gerade Anhänger von den Sportarten ist, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen werden, muss man sich durch den Dschungel der Pay-TV- und Streaming-Dienste schlagen, um in den Genuss einer spannenden TV-Berichterstattung zu kommen.

Schwarzfahren war gestern

Foto: © Fotolia/Maren Winter

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„Bitte, bitte, bitte!“, jammernd sitzen Art-Director und Marketing Manager vor mir und betteln, dass ich mir den neusten Werbespot für die Autoversicherung ihres Auftraggebers anschaue. „Er dauert doch nur 30 Sekunden“, wimmert der Marketing Manager. „Du darfst dann auch umsonst Bahn fahren“, lockt mich der Art Director.

Fake, Fake, Fake

Foto: © Fotolia/nmann77

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Die neueste medienpolitische Sau, die durch das journalistische Dorf getrieben wird, sind „Fake-News“. Es wurde herausgefunden, dass es Menschen geben soll, die zur Untermauerung ihrer politischen oder gesellschaftlichen Standpunkte Lügen verbreiten. Das ist schon ungeheuerlich.

Wer ist die Nummer 1?

Foto: © Fotolia/vege

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In einem Interview für turi2TV sagte ich, dass für unsere Kunden die Printmedien noch immer der relevanteste Kanal sind. Wie das in Interview-Situationen so ist, war das keine lange reflektierte Aussage, sondern eher aus dem Bauch heraus formuliert.

Auf Twitter erreichte mich am Sonntag der Veröffentlichung des Interviews folgender Tweet: „@turi2 Ich dachte immer, das wäre Fernsehen. cc @Uwe_Mommert @landaumedia“. Ich kam ins Grübeln. Hatte ich mich zu einer Aussage hinreißen lassen, die bei Licht betrachtet eigentlich gar nicht stimmte. Sind Fernsehen, Internet oder Social Media relevanter für unsere Kunden? Auch wenn das Fernsehen noch immer die meisten Nutzer auf sich zieht, so ist das Internet dynamisch auf dem Weg, sich an die Spitze zu setzen.

Schmutzige News im US-Wahlkampf

Foto: © Fotolia/Alex F

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Nach einer Buzzfeed-Untersuchung der Top 20 Nachrichten zum US-Wahlkampf hat die Reichweite der Falschmeldungen zum Ende des Wahlkampfes die der wahren Nachrichten übertroffen. Demnach wurden in den sozialen Netzwerken mehr Lügen als Tatsachen konsumiert, bevor die Wähler ihre Entscheidung getroffen haben.

Natürlich fühlt sich Facebook nicht dafür verantwortlich, welche Inhalte über das soziale Netzwerk verbreitet werden, allerdings stellen die digitalen Möglichkeiten, die die sozialen Medien für solche Lügen-Propaganda zur Verfügung stellen, unsere Gesellschaft auf eine harte Probe.

Selbstverständlich ist es im Rahmen einer Demokratie zulässig, seine Meinung frei zu äußern. Auch kann jeder selber entscheiden, wo und von wem er seine Informationen bezieht. Allerdings begeben sich neuerdings viele „gut informierte“ Wutbürger in eine soziale Meinungsblase, die primär von Gleichgesinnten mit einer Mischung aus Lügen und einseitiger Berichterstattung dominiert wird. Ist man erst einmal in dieser Blase und hält die Berichterstattung der etablieren Medien ohnehin für gelogen, dann verfestigen sich jeden Tag die eigenen Meinungen zu einem Weltbild, das mit der Realität nur noch in kleinen Teilen etwas zu tun hat.

Eine politische Diskussion braucht Tatsachen. Eine politische Diskussion braucht Wahrheiten. Nur wenn zumindest die einfachsten Tatsachen als Diskussionsgrundlage herangezogen werden können, kann eine Diskussion überhaupt geführt werden. Ansonsten verkommt unsere Politik zur populistischen Beschimpfung des anderen, gerne auch gemischt mit Verleumdung. Wer sich bei dieser Beschreibung an die Brexit-Diskussion oder den US-Wahlkampf erinnert fühlt, liegt leider richtig.

Es wird eine Menge Anstrengungen brauchen, bis wir uns wieder auf einer Diskussionsgrundlage befinden, die rationale, vernunftorientierte Entscheidungen hervorbringt. Nur wenn es wieder gelingt, vertrauenswürdige, allgemein akzeptierte Nachrichtenquellen in unserer Gesellschaft zu etablieren, können wir hier eine Veränderung herbeiführen.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.

Medientalk und Evolution

Podiumsdiskussion im Empire Riverside Hotel Hamburg am 03.11. 2016 . Foto Ulrich Perrey

Podiumsdiskussion im Empire Riverside Hotel Hamburg am 03.11. 2016 . Foto Ulrich Perrey

Zur Eröffnung unserer „Landau Media“-Repräsentanz in Hamburg haben wir mit turi2 den ersten Medientalk ins Leben gerufen. Territory-CEO Soheil Dastyari und Peter Turi unterhielten sich dort über darüber, ob Content Marketing das Ende von Public Relations ist.

Die spannende Diskussion gab Einblicke in die neuen Konzepte für die Unternehmenskommunikation. Für mich stellte sich hinterher die Frage, warum dieser Hype um Content Marketing jetzt etwas anderes sein sollte als die langjährige Diskussion über „integrierte Kommunikation“, die schon vor Jahren leidenschaftlich auf den Podien geführt wurde, allerdings nie zur Auflösung der Kommunikationsfürstentümer in den Unternehmen geführt hat.

Die größte Krux ist bis heute, dass die Kommunikation mit den entsprechenden Zielgruppen auf verschiedene Bereiche des Unternehmens verteilt wird, die mit eigenen Strategien und Methoden die Botschaft an den Mann bringen wollen. Fast so, wie in einem Orchester, in dem jedes Instrument sein eigenes Stück spielt.

Ich glaube, dass es jetzt eine Veränderung geben wird. Nicht weil die Erkenntnis in den Unternehmen gereift ist, sondern weil die Veränderungen in unserer Gesellschaft Druck erzeugen, dem sich auf Dauer keine Organisation widersetzen kann.

Die Geschwindigkeit, mit der Informationen digital an die Zielgruppe gelangen, erzwingt eine Beschleunigung der Prozesse in den Unternehmen. Nur wer auf den digitalen Wandel mit integrierten Konzepten und in Teamarbeit abgestimmten Kommunikationsinhalten reagiert, kann auf Dauer noch erfolgreich kommunizieren.

Aus diesem Grund sind Ideen wie Content Marketing oder agile Organisationsformen wie der Newsroom so erfolgreich. Es ist eine Frage der Anpassung an die neuen Verhältnisse. Es geht darum, ob Unternehmen in dieser neuen, digitalen Welt überleben können. Survival of the fittest sozusagen, also das Überleben durch moderne Kommunikation.
Hier gibt’s den Medientalk noch einmal im Rückblick >>

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.