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Mommerts Medienfrage: So haben Sie abgestimmt

Im März haben wir Sie gefragt, wie sehr Sie der Presse vertrauen. Bei der Umfrage wurden 5.073 TeilnehmerInnen im Zeitraum von 16. März bis 10. April 2017 berücksichtigt. Das Ergebnis zeigt recht deutlich, wie gespalten das Verhältnis zum Journalismus in Deutschland ist.

Good News statt Fake News

Foto: © Fotolia/cirquedesprit

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Sie werden es nicht glauben und weiter brüllen. Die Lügenpresse-Fraktion lässt keine Meinung neben ihrer eigenen zu. Die Anhänger verstecken sich in ihren Social-Media-Gruppen und beschallen sich gegenseitig solange mit Fake News, bis der Untergang des Abendlandes sicher scheint.

Vorbildlicher Journalismus kostet!

Foto: © Fotolia/ pit24

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Kristina Dunz, dpa-Journalistin und Heldin der Demokratie. Sie hat kritisch nachgefragt. Beim Präsidenten der Vereinigten Staaten. Eine Glanztat des Journalismus, jedenfalls im heutigen Amerika, so scheint es. Der deutsche Journalismus genießt somit seit Kurzem einen sehr guten Ruf in den USA.

Sie fragte ihn, warum er Angst habe vor der Pressevielfalt und konfrontierte ihn damit, dass er auch manchmal nicht unbedingt die Wahrheit sagt, aber ständig über Fake News spricht. Nur diese kurze Sequenz der Pressekonferenz hat gezeigt, warum eine freie Presse so wichtig ist.

Das Erste, was undemokratische, kritikunfähige Despoten beseitigen wollen, ist die freie Presse. Da muss man gar nicht über den großen Teich schauen, da reicht ein Blick an den Bosporus, wo die absurdesten Dinge unwidersprochen bleiben, weil der dort ansässige Despot bereits die Medien gleichgeschaltet hat.

Die Privilegien der freien Berichterstattung gegen jeden Angriff zu verteidigen, ist somit erste Bürgerpflicht. Ist der Ruf der Medien erst ruiniert, lebt ein Diktator ganz ungeniert. Aus diesem Grund noch mal ganz deutlich: Wer Journalisten einsperrt (Free Deniz!), aus Pressekonferenzen aussperrt oder auch nur diskreditierend von einer „Lügenpresse“ spricht, der greift die Grundfesten der Demokratie an.

Was können wir unternehmen, damit unsere Journalisten weiterhin über die Grenzen hinweg kritische Fragen stellen können? Ganz einfach: Ab und zu sollten wir auch für die Inhalte, die wir nutzen, bezahlen. Wenn wir den Journalismus nicht durch eine „Geiz ist geil“-Mentalität in die Arme der Werbetreiben stoßen und so auch eine Abhängigkeit von der Wirtschaft verhindern wollen, müssen wir Geld ausgeben. Kaufen Sie Paid Content, abonnieren Sie Zeitungen und fördern Sie so die Leute, die Despoten ins Schwitzen bringen – es ist in unserem eigenen Interesse.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.

Mommerts Medienfrage: Wie sehr vertrauen Sie der Presse?

Fotolia#vectorfusionart_140824142_Handshake_920x448pxJedes Jahr gibt es Umfragen, in denen nach dem Vertrauen gegenüber bestimmten Berufsgruppen gefragt wird. JournalistInnen schneiden dabei oft schlecht ab. Die vermeintliche Flüchtlingskrise sorgte in Deutschland für das Erstarken rechter Gruppierungen. Ihre AnhängerInnen etablierten einen längst „vergessenen“ Begriff der „Lügenpresse“ neu. Im Jahr 2014 wurde der Begriff zum „Unwort des Jahres“ gewählt. Mit „Mommerts Medienfrage“ wollen wir gern abklopfen, wie Sie liebe LeserInnen den Medien gegenüberstehen.

Durch die kalte Küche

Fotos: © Amazon

Fotos: © Amazon

In Berlin sagt man, das etwas, das unerwartet oder unbemerkt kommt, „von hinten durch die kalte Küche“ kommt. Genau dieses Gefühl hatte ich unlängst bei Amazon.

Mommerts Medienfrage: Wie beurteilen Sie Social Bots?

Foto: © Fotolia/Montri

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2016 war das Jahr der Bots – zumindest wurden die „Software-Roboter“ im vergangenen Jahr zum großen Thema. So sprach man Anfang 2016 noch über die Chatbots, die insbesondere in der Start-up-Szene für einen ersten Hype sorgten. Im zweiten Halbjahr rückten sogenannten Social Bots in den Vordergrund, die im Umfeld des US- und später auch des langsam beginnenden Bundestagswahlkampfes ihre Medienaufmerksamkeit bekamen und noch immer bekommen. Deshalb ist unsere erste „Mommerts Medienfrage“ auch diesem Thema gewidmet.

Neu! Mommerts Medienfrage – was ist das?

Foto: © Fotolia/nakedcm

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Die Bundestagswahl steht ins Haus und die Demoskopen haben Hochkonjunktur. Wir haben uns ebenfalls davon anstecken lassen und starten deshalb eine neue Rubrik auf medienrot.de. Mit MOMMERTS MEDIENFRAGE wollen wir Sie, liebe LeserInnen, befragen und gleichzeitig das Experiment Online-Befragung wagen. Dafür haben wir uns das Online-Meinungsforschungsinstitut Civey als Kooperationspartner an Bord geholt. Das Berliner Start-up hat sich auf die Auswertung von Onlineumfragen spezialisiert und dies erstmals weltweit in Echtzeit. Civey macht dabei die repräsentativen Ergebnisse allen NutzerInnen frei zugänglich.

Auf medienrot.de haben wir immer wieder über den Verlust von Deutungshoheit im Internet geschrieben. Denn im Netz gibt es eben viele Meinungen und bisher hat man den Eindruck, nur die lautesten Stimmen bringen ihre Meinung durch. Mit Civey wollen wir abfragen, was Sie und was Deutschland in Bezug auf die Medien denken. Dafür braucht es Zugang zu repräsentativen Daten. Und diese werden bei uns und auf zahlreichen weiteren Publikationen online erhoben. So sind wir nicht allein. Medien wie Spiegel Online sind bereits dabei. Auch hier zeigt sich wieder: Die Kooperation führt im Netz zu neuen Erkenntnissen.

Dies bedeutet auch, dass wir auch auf Ihre Kooperation angewiesen sind. Deshalb ist für die Teilnahme an den Umfragen eine Anmeldung nötig. So wird sichergestellt, dass Sie eine echte Person sind. Gleichzeitig werden diese Daten für die Berechnungen benötigt. Die erhobenen Daten werden jedoch anonymisiert und verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert. Civey versichert, dass das Umfragetool manipulationssicher ist und durch die Gewichtung der Daten der TeilnehmerInnen wirklich Repräsentativität hergestellt wird. Dabei stützt sich das Start-up auf den statistischen Fehler als Qualitätsindikator. Wenn Sie mehr über Civey und das Verfahren wissen möchten, finden Sie hier weitere Erklärungen: www.civey.com/faq

Und hier geht es zur ersten „Mommerts Medienfrage“. Dabei wollen wir Ihre Meinung zu Social Bots wissen >>

Lügen haben große Reichweite

Foto: © Fotolia/VRD

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In seiner Kolumne „Jörges“ im Magazin Stern vom 16.02.2017 geht Hans-Ulrich Jörges auf die Rolle der sozialen Netzwerke in der Verbreitung von „Fake News“ und Hetze ein. Er meint, dass die Netzwerke „auf unheimliche Weise Gesellschaft und Demokratie verformen“.

Ich bin mir da nicht sicher. Am Ende sind die Netzwerke nichts anderes als ein Weg, „dem Volk aufs Maul zu schauen“. Ein Einblick in das politische Verständnis von Otto Normalverbraucher und Erika Mustermann. Was verformt also „auf unheimliche Weise Gesellschaft und Demokratie“?

Ich glaube, dass solche Verformungen ein langfristiger Prozess sind. Ein Prozess, dessen Krönung sicherlich der amerikanische Präsident mit seiner Medien und Oppositionsschelte ist. Er ist aber nur die konsequente Weiterführung eines politischen Sittenverfalls. Warum heißen Lügen neuerdings „Fake News“. Warum gilt nicht mehr „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“? Betrachten wir hier nicht die Auswirkungen eines Verfalls der politischen Kultur, der schon lange vor Facebook begonnen hat?

Angefangen hat der Prozess in meinen Augen mit chronischer Vereinfachung. Politische Dikussionen wurden zunächst von Fakten befreit und in Parolen gepackt. Ganze Wahlkämpfe wurden ohne politische Inhalte, nur mit der Fixierung auf Personen geführt. Nachrichten wurden zum „Infotainment“. Politische Meinungsbildung sollte unterhaltsam werden. Das Ringen um eine gute Lösung ist zu einer politischen Seifenoper geworden, in der Fakten nur den Unterhaltungswert reduzieren würden. Alle diese Entwicklungen sind in den „klassischen Medien“ schon lange zu beobachten.

Was wir brauchen, ist eine Rückbesinnung auf gesellschaftliche Werte und politische Kultur. Wir brauchen Journalisten und Medien, die uns wieder Fakten zumuten und den Vereinfachern das Wasser abgraben. Wir brauchen Politiker, die Respekt für andere Meinungen zeigen und ihren Standpunkt auch ohne Verunglimpfung des politischen Gegenübers formulieren können.

Es sind nicht „die sozialen Netzwerke“, die die politische Kultur verändern. Es sind immer Menschen. Wir brauchen jetzt Journalisten und Politiker, die nicht durch Lautstärke und Vereinfachung, sondern durch Persönlichkeit und Werte die politische Diskussion bestimmen. Kein hektisches Themenhopping mehr, das sich von den Brandstiftern die Themen aufzwingen lässt, sondern fokussierte inhaltliche Diskussionen, wie wir dieses Land weiterentwickeln wollen, das kann das Rezept der Demokratie sein.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.

Im Dschungel der Übertragungsrechte

Foto: © Fotolia/victor217

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Als Sportfan hat man es nicht leicht! Wenn man nicht gerade Anhänger von den Sportarten ist, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen werden, muss man sich durch den Dschungel der Pay-TV- und Streaming-Dienste schlagen, um in den Genuss einer spannenden TV-Berichterstattung zu kommen.

Schwarzfahren war gestern

Foto: © Fotolia/Maren Winter

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„Bitte, bitte, bitte!“, jammernd sitzen Art-Director und Marketing Manager vor mir und betteln, dass ich mir den neusten Werbespot für die Autoversicherung ihres Auftraggebers anschaue. „Er dauert doch nur 30 Sekunden“, wimmert der Marketing Manager. „Du darfst dann auch umsonst Bahn fahren“, lockt mich der Art Director.